UPM-Kymmene: 7-Prozent-Sturz trotz 71% EBIT-Sprung

Trotz deutlich gestiegenem Gewinn bricht UPM-Aktie ein. Schwacher Umsatz und sinkender Cashflow belasten die Stimmung der Anleger.

Die Kernpunkte:
  • Aktie stürzt über sieben Prozent ab
  • Operativer Gewinn steigt um 71 Prozent
  • Umsatz verfehlt Analystenerwartungen deutlich
  • Zellstoffwerke stoppen zeitweise Produktion

UPM-Kymmene steht unter Druck. Trotz eines deutlichen Gewinnsprungs werfen Anleger die Papiere massenhaft aus den Depots. Ein schwacher Umsatz und schwindende Liquidität belasten die Stimmung am Donnerstag schwer.

Die Aktie stürzte zeitweise um über sieben Prozent ab. Mit 22,43 Euro notiert der Kurs nur noch hauchdünn über seinem Jahrestief. Marktteilnehmer reagierten damit unmittelbar auf den aktuellen Halbjahresbericht des finnischen Forstkonzerns.

Gewinn klettert, Umsatz enttäuscht

Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte im zweiten Quartal um 71 Prozent auf 212 Millionen Euro. Damit übertraf UPM die Erwartungen der Analysten leicht. Die Marge verbesserte sich parallel dazu auf 9,0 Prozent.

Der Umsatz trübte das Bild. Mit 2,36 Milliarden Euro verfehlte der Konzern das Marktziel von 2,43 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr sank der Erlös im ersten Halbjahr spürbar.

Besonders der operative Cashflow bereitet Sorgen. Dieser brach in den ersten sechs Monaten auf 225 Millionen Euro ein — nach 468 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Parallel dazu stiegen die Nettoverbindlichkeiten auf über 3,3 Milliarden Euro an.

Produktionsstopp und Sparten-Trennung

Das Management reagiert mit harten Einschnitten auf das schwierige Marktumfeld. Die Zellstofffabrik Kaukas stellt im August für sechs Wochen die Produktion ein. Im Oktober folgt ein temporärer Stopp im Werk Pietarsaari.

Diese Maßnahmen dienen dazu, die Bestände zu optimieren und die Holzbeschaffung in einem volatilen Umfeld zu steuern. Der Konzern treibt währenddessen den strategischen Umbau voran. Das Sperrholzgeschäft soll als eigenständige WISA Group an die Börse gehen.

Ende August entscheidet eine außerordentliche Hauptversammlung über diesen Spin-off. Hinzu kommt ein geplantes Joint Venture mit Sappi im Bereich grafische Papiere. Ziel ist die Abkehr von schrumpfenden Segmenten hin zu hochwertigen biobasierten Produkten.

Für das zweite Halbjahr peilt der Vorstand ein EBIT zwischen 375 und 575 Millionen Euro an. Höhere Verkaufspreise sollen die Bilanz stützen. Erhöhte Wartungskosten und steigende variable Ausgaben dürften das Ergebnis bis zum Jahresende jedoch dämpfen.

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