UPM-Kymmene: Barclays senkt Kursziel auf 21,00 Euro

Barclays stuft UPM auf 'Underweight' ab und senkt das Kursziel auf 21 Euro. Zusätzlich droht die EU-Kommission, das geplante Joint Venture mit Sappi zu blockieren.

Die Kernpunkte:
  • Barclays senkt UPM auf 'Underweight'
  • Kursziel von 24 auf 21 Euro reduziert
  • EU droht mit Blockade des Sappi-Deals
  • WISA-Abspaltung: Hauptversammlung am 31. August

Der finnische Forst- und Papierkonzern UPM-Kymmene steht zu Beginn der Woche unter verstärktem Verkaufsdruck. Am heutigen Montag sorgt eine deutliche Herabstufung durch die Analysten von Barclays für Verstimmung am Markt, während regulatorische Hürden in Brüssel die strategische Neuausrichtung bremsen. Die Aktie reagiert mit Kursverlusten und notiert bei 23,37 Euro, was einem Minus von 1,35 Prozent entspricht.

Kapazitätsdruck und strategische Bedenken

Barclays stufte das Papier am heutigen Montag von „Equal Weight“ auf „Underweight“ herab und reduzierte das Kursziel gleichzeitig von 24,00 Euro auf 21,00 Euro. Die Experten begründen diesen Schritt mit einem zunehmenden strukturellen Druck auf dem globalen Zellstoffmarkt.

Insbesondere neue Produktionskapazitäten in China, Brasilien und Indonesien belasten das Preisgefüge. Laut den Analysten fiel die weltweite Zellstoffnachfrage bis Mai im Jahresvergleich um 2 Prozent, wobei vor allem die Abschwächung in China – das rund 30 bis 35 Prozent des Weltmarktes ausmacht – schwer wiegt.

Zudem kritisiert das Bankhaus die aktuelle Strategie des Konzerns. UPM gebe anorganischem Wachstum derzeit den Vorzug vor direkten Kapitalrückzahlungen an die Aktionäre. Bereits am 28. Juli hatte das Analysehaus Berenberg mit einer Einstufung als „Hold“ und einem Kursziel von 23,50 Euro zur Vorsicht gemahnt.

Zwar konnte UPM im zweiten Quartal 2026 den vergleichbaren EBIT um 71 Prozent auf 212 Millionen Euro steigern, doch der Ausblick auf das zweite Halbjahr bleibt mit einer EBIT-Spanne von 375 Millionen bis 575 Millionen Euro verhalten. Die Aktie notiert damit rund 16,03 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 27,83 Euro.

Regulatorischer Gegenwind für Sappi-Deal

Zusätzlich zum schwierigen Marktumfeld belasten Unsicherheiten über geplante Firmenübernahmen die Bewertung. Medienberichten zufolge bereitet die Europäische Kommission derzeit eine Blockade des geplanten Joint Ventures zwischen UPM und Sappi Limited im Bereich Grafikpapier vor. Das Vorhaben mit einem Volumen von 1,42 Milliarden Euro steht unter kartellrechtlicher Beobachtung, da Brüssel signifikante Preiserhöhungen für Endkunden befürchtet.

Die Untersuchung befindet sich in der sogenannten Phase II und gilt als eine der wenigen noch laufenden vertieften Prüfungen der EU-Wettbewerbshüter im aktuellen Quartal. Sollte der Zusammenschluss endgültig scheitern, müsste UPM seine Konsolidierungspläne im europäischen Papiermarkt neu überdenken.

Weichenstellung für die WISA-Abspaltung

Trotz der operativen Herausforderungen treibt das Management die strukturelle Verschlankung des Konzerns voran. Ein wichtiger Meilenstein ist hierbei die außerordentliche Hauptversammlung am 31. August. Die Aktionäre sollen dort über die Teilabspaltung des Sperrholzgeschäfts entscheiden, das künftig als eigenständige WISA Group Plc firmieren soll.

Die finnische Finanzaufsicht hat den Börsenprospekt für das neue Unternehmen bereits Mitte Juli genehmigt. Ziel der Maßnahme ist es, die Komplexität des Gesamtkonzerns zu reduzieren und Werte für die Anteilseigner sichtbarer zu machen. Flankiert wurde diese Entwicklung zuletzt durch kleinere Insiderkäufe: So erwarb das Vorstandsmitglied Mika Kekki am 24. Juli eigene Aktien des Unternehmens, wie aus entsprechenden Pflichtmitteilungen hervorgeht.

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