UPS Aktie: Weniger Pakete, mehr Gewinn
Trotz geringerer Paketmengen steigert UPS die Margen und erwartet 2026 höhere Erlöse sowie einen besseren bereinigten Gewinn je Aktie.

- Tagesvolumen im Schlussquartal soll sinken
- Umsatzprognose für 2026 auf 92,6 Milliarden Dollar angehoben
- Bereinigter Quartalsgewinn über Analystenschätzung
- Rechenzentren bieten zusätzliche Logistikchancen
Weniger Volumen, höhere Profitabilität: UPS wendet diese Rechnung nun auch auf das wichtige Weihnachtsquartal an. Der Paketriese hob nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen für das dritte Quartal seine Jahresziele an. Die Aktie legte im frühen US-Handel zu, zeitweise um fast 3 Prozent.
Selektiver statt größer
Konzernchefin Carol Tomé sprach von einem Ende des alten Glaubens, „dass alle Pakete gleich sind und Volumen alle Probleme löst“. Für das Schlussquartal rechnet UPS mit einem um 1,3 Prozent sinkenden durchschnittlichen Tagesvolumen. Der Umsatz im Heimatmarkt soll dennoch um etwa 3 Prozent steigen, im internationalen Geschäft um rund 7 Prozent.
Finanzchef Brian Dykes verwies auf die sich öffnende Schere zwischen Kosten und Erlös je Paket. Wer weniger unprofitable Sendungen befördert, braucht in der Spitzenzeit zudem weniger Personal sowie weniger geleaste Lkw und Flugzeuge. Hintergrund ist der Rückbau des Geschäfts mit Amazon, dem größten Kunden. UPS hat die Reduzierung nach eigenen Angaben im zweiten Quartal abgeschlossen und dabei Standorte geschlossen und Tausende Stellen gestrichen.
Zahlen und neue Ziele
Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,69 Dollar unter dem Vorjahreswert, aber über der Analystenschätzung von 1,63 Dollar. Die operative Marge im US-Geschäft stieg auf 7 Prozent, im internationalen Geschäft auf 14,9 Prozent.
Für 2026 peilt UPS nun einen Umsatz von 92,6 Milliarden Dollar an, zuvor waren es 91,2 Milliarden. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei rund 7,28 Dollar liegen, nach 7,22 Dollar in der bisherigen Prognose. Beide Werte übertreffen die Markterwartungen.
Der Konzernumbau belastet allerdings weiter. Allein im Quartal fielen 279 Millionen Dollar an Kosten an, der Nettogewinn sank um gut 11 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Dollar. Citi-Analyst Ariel Rosa merkte an, die neuen Ziele implizierten eine etwas geringere Marge, vor allem wegen höherer Treibstoffkosten infolge des Iran-Kriegs. Zuschläge geben UPS und Konkurrenten zwar weiter, aber mit Verzögerung und nicht immer vollständig.
JPMorgan-Analyst Brian Ossenbec zeigte sich positiv überrascht. Seine Skepsis für die zweite Jahreshälfte habe UPS zerstreut. Evercore ISI sieht „etwas Zuversicht in die Nachhaltigkeit“ der Ergebnisse.
Rückenwind aus Rechenzentren
Tomé sieht die Verbraucher trotz Inflation und hoher Spritpreise weiter als robust. Als zusätzliche Chance nennt sie den Bau von Rechenzentren: UPS kann Chips einfliegen, Anlagen per Seefracht organisieren, Waren lagern und ausliefern.
Für das Schlussquartal plant UPS einen Umsatz von 25,7 Milliarden Dollar und einen bereinigten operativen Gewinn von 3,3 Milliarden Dollar. Konkurrent FedEx legt am Mittwoch Zahlen vor und verfolgt eine ähnliche Strategie.
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