US-Arbeitsmarkt schwächelt – Banken profitieren

Während die US-Arbeitsmarktdaten enttäuschen, stehen die großen Banken vor einem starken Quartal. Gleichzeitig erhöhen geopolitische Spannungen um Taiwan die Unsicherheit für Märkte und Anleger.

Die Kernpunkte:
  • US-Arbeitsmarkt zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen
  • Großbanken erwarten starke Gewinne durch Investmentgeschäft
  • Geopolitische Risiken um Taiwan belasten Halbleitersektor
  • Inflation in Eurozone erreicht EZB-Ziel von zwei Prozent

Der US-Arbeitsmarkt zeigt deutliche Ermüdungserscheinungen, während gleichzeitig die amerikanischen Großbanken auf einen Gewinnsprung zusteuern. Diese paradoxe Entwicklung prägt die Erwartungen für die kommenden Monate und stellt Investoren vor neue Herausforderungen.

Die jüngsten Arbeitsmarktdaten zeichnen ein gemischtes Bild der weltgrößten Volkswirtschaft. Die privaten Arbeitgeber schufen im Dezember lediglich 41.000 neue Stellen – deutlich weniger als die erwarteten 47.000, wie der ADP-Bericht zeigt. Besonders auffällig: Der Dienstleistungssektor trug mit 44.000 neuen Jobs die gesamte Erholung, während die Industrie 5.000 Stellen abbaute. Der professionelle Unternehmensdienstleistungssektor verlor sogar 29.000 Arbeitsplätze.

Strukturelle Verschiebungen am Arbeitsmarkt

Noch deutlicher wird die Schwäche bei den offenen Stellen. Die JOLTS-Daten des Bureau of Labor Statistics verfehlten mit 7,146 Millionen offenen Stellen die Prognose von 7,610 Millionen spürbar. Dieser Rückgang gegenüber dem Vormonat signalisiert eine nachlassende Arbeitskräftenachfrage und könnte den Dollar belasten.

“Das visuelle Signal der heutigen Zahlen zeigt, dass im Dezember zwar Jobs geschaffen wurden, aber in relativ langsamem Tempo”, kommentiert Carl Weinberg, Chefökonom bei High Frequency Economics. Die Unsicherheit über die Handelspolitik und die zunehmende Integration künstlicher Intelligenz machen Arbeitgeber bei Neueinstellungen zurückhaltend.

Für Freitag erwarten Ökonomen einen Anstieg der gesamten Beschäftigung um 60.000 Stellen nach 64.000 im November. Die Arbeitslosenquote dürfte von 4,6 Prozent – einem Vierjahreshoch – auf 4,5 Prozent zurückgehen, wobei die November-Zahl durch den 43-tägigen Regierungsstillstand verzerrt war.

Banken vor Rekordquartal

Während der Arbeitsmarkt schwächelt, stehen die großen US-Banken vor einem Gewinnsprung. JPMorgan Chase eröffnet am 13. Januar die Berichtssaison, gefolgt von Citigroup, Bank of America und Wells Fargo. Die treibende Kraft: explodierende Einnahmen aus dem Investmentbanking.

Die globalen Investmentbanking-Erträge stiegen im vierten Quartal um 15 Prozent auf fast 103 Milliarden Dollar – der zweithöchste Wert seit 2021. Das Volumen bei Fusionen und Übernahmen schoss 2025 um 42 Prozent auf 5,1 Billionen Dollar nach oben. “Das vierte Quartal erwies sich als perfektes Rezept für den kontinuierlichen Aufbau der Investmentbanking-Einnahmen”, erklärt Stephen Biggar von Argus Research.

Citigroup wird mit einem EPS-Sprung von 32 Prozent rechnen, Bank of America mit plus 17 Prozent. Selbst Goldman Sachs, das im Vorjahresquartal Rekordgewinne verzeichnete, dürfte solide abschneiden. Die Analysten sehen breites Kreditwachstum und höhere Nettozinsmargen als zusätzliche Stützen.

Geopolitische Spannungen als Wildcard

Doch über den positiven Konjunktursignalen schweben geopolitische Risiken. Taiwan rückt dabei besonders in den Fokus. Yardeni Research warnt, dass Chinas mögliches Vorgehen gegen Taiwan den globalen KI-Handel massiv beeinträchtigen könnte. Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) – kritischer Lieferant für High-End-KI-Chips – macht allein zwei Drittel der Marktkapitalisierung des MSCI Taiwan aus.

“Von allen Wegen, wie Präsident Trumps Annäherung an Chinas Präsident Xi schiefgehen könnte, wäre Pekings Vorgehen gegen Taiwan der schnellste”, so Yardeni. Die jüngste US-Aktion in Venezuela könnte Xi politische Deckung für eine Eskalation geben. China feuerte kürzlich Raketen in Gewässer vor Taiwan ab – die bisher umfangreichste Machtdemonstration.

Gleichzeitig verschärft Peking die Spannungen mit Japan durch ein Exportverbot für Dual-Use-Güter. Die Märkte ignorierten diese Entwicklungen bislang weitgehend, doch Experten sehen darin unterschätzte Risiken für Lieferketten und den Halbleitersektor.

Währungen und Inflation im Blickpunkt

Der Dollar zeigte sich vor den entscheidenden Arbeitsmarktdaten schwach und fiel um 0,18 Prozent gegen den Yen auf 156,39. Währungshändler warten gespannt auf Hinweise zur Fed-Zinspolitik. Die Märkte preisen für 2026 zwei weitere Zinssenkungen ein, während die EZB ihre Leitzinsen bei 2 Prozent belassen dürfte.

In der Eurozone verlangsamte sich die Inflation im Dezember auf exakt 2,0 Prozent – das EZB-Ziel. Die Kerninflation sank auf 2,3 Prozent. “Dezemberrückgang und der wahrscheinliche weitere Fall im Januar werden das Denken der EZB-Entscheider nicht ändern”, meint Jack Allen-Reynolds von Capital Economics. Doch sollten die Raten deutlich unter 2 Prozent fallen, könnten Zinssenkungen wieder auf die Agenda rücken.

Das Zusammenspiel aus schwächelndem Arbeitsmarkt, boomenden Bankgewinnen und geopolitischen Unsicherheiten schafft ein volatiles Umfeld. Während die Fed ihre Geldpolitik neu kalibriert und Trump seinen nächsten Fed-Chef nominiert, dürfte die Unsicherheit hoch bleiben. Für Anleger bedeutet dies: Selektive Chancen im Bankensektor, aber erhöhte Wachsamkeit bei geopolitischen Entwicklungen.

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