US-Kerninflation steigt überraschend und belebt Fed-Zinssorgen

Steigende Verbraucherpreise verschieben die Markterwartungen: Für die Fed-Sitzung im Oktober wird eine Zinserhöhung wahrscheinlicher.

Die Kernpunkte:
  • Kernrate klettert auf 2,6 Prozent
  • Energiepreise steigen monatlich um 5,2 Prozent
  • Zinserhöhungswahrscheinlichkeit erreicht 45,9 Prozent
  • Kryptomarkt verliert 0,48 Prozent an Wert

Die US-Kerninflation ist im September unerwartet gestiegen und dämpft an den Finanzmärkten die Hoffnung auf geldpolitische Entspannung. Während die allgemeine Teuerungsrate im Jahresvergleich auf 3,7 Prozent kletterte, zog die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel auf 2,6 Prozent an. Das schürt umgehend neue Zinserwartungen.

Teurere Energie und hartnäckige Kerntreiber

Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 0,6 Prozent. Vor allem Energie trieb diesen Zuwachs. Die Energiekosten kletterten um 5,2 Prozent, wobei allein teureres Benzin mit einem Plus von 9,1 Prozent den Großteil der monatlichen Teuerung ausmachte.

Druck entstand allerdings auch abseits der Energiepreise. Höhere Kosten für Wohnen, Freizeit, Flugtickets, medizinische Versorgung sowie Gebrauchtwagen trieben den Kernbereich an. Ökonomen der Bank ING betonen, die Zahlen verstärkten den Eindruck, dass die Fed im Kampf gegen den Preisdruck noch nicht am Ziel ist. Immerhin bleibt das Lohnwachstum moderat und der Immobilienmarkt schwach, was mittelfristig Raum für eine spätere Zinswende lassen könnte.

Zinsmärkte passen sich rasch an

Die Reaktion an den Zinsterminmärkten folgte prompt. Für die anstehende Oktober-Sitzung der Fed sprang die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung auf 45,9 Prozent – am Vortag lag sie noch bei 22,1 Prozent. Der Leitzins bewegt sich gegenwärtig in einer Spanne von 3,75 bis 4,0 Prozent.

Für den Zinsentscheid im Dezember preisen Händler die Chance auf einen kräftigeren Zinsschritt von 50 Basispunkten inzwischen mit 49 Prozent ein. Die strafferen Aussichten dämpften auch riskantere Segmente. Der gesamte Kryptomarkt verlor 0,48 Prozent an Gesamtwert.

Am Donnerstag folgt bereits der nächste wichtige Datenpunkt mit den US-Erzeugerpreisen für September. Volkswirte rechnen dabei mit einem Monatsanstieg um 0,5 Prozent, während die Jahresrate bei 5,4 Prozent verharren dürfte.

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