USA: Absatzzahlen der Autobranche bleiben robust

Mit Spannung wartete der Markt auf die neuen Zahlen der Autobranche zu den Autoabsätzen in den USA. Zwar erwartete man weiterhin gute Zahlen, da derzeit Steuersenkungen, die robuste Konjunktur und eine geringe Arbeitslosigkeit die Konsumlaune der Amerikaner hoch hält.

Dennoch waren die Experten etwas unsicher, welchen Einfluss die steigenden Zinsen in Amerika haben. Denn die meisten Autokäufe werden weiterhin mit Krediten finanziert.

US-Hersteller mit weiteren Zuwächsen

Zumindest für den Juni konnte dann schnell Entwarnung gegeben werden. Denn die meisten Autohersteller konnten positive Steigerungsraten melden. Bei den US-Herstellern zeigte sich Fiat Chrysler mit einem Plus von 8 % sehr stark. Dies vor allem wegen Verkaufserfolgen seiner Marke Jeep, deren Verkäufe um 19 % verbessert werden konnten.

Die größere Ford Motor konnte insgesamt nur eine Steigerung um ein Prozent verbuchen. Allerdings dies eher wegen einer mangelnden Nachfrage nach PKW. Bei den größeren – und für Ford auch margenträchtigeren – SUV und Pick-ups konnte dagegen erneut ein robustes Plus verbucht werden.

Wie es um den Marktführer General Motors bestellt war, muss offen bleiben. Denn das Unternehmen hatte im April angekündigt, zukünftig nur noch quartalsweise Absatzzahlen zu melden. In diesem Fall veröffentlichte GM für das zweite Quartal einen Zuwachs um 4,6 %. Nach eigenen Aussagen konnte das Unternehmen deshalb auch seinen Marktanteil um einen halben Prozentpunkt auf 16,6 % steigern.

Deutsche Autofirmen schlagen sich weiter gut

Gut im Rennen lagen bis auf eine Ausnahme auch wieder die deutschen Hersteller. Obwohl Volkswagen weiterhin mit dem Diesel-Skandal zu tun hat, konnte der deutsche Autobauer ein Verkaufsplus von 5,7 % verbuchen. Bei Porsche ging es sogar um 8,3 % nach oben. Bei Audi und BMW ergaben sich ebenfalls positive Zuwächse, die allerdings mit 0,3 bzw. 0,5 % eher mager ausfielen.

Schlusslicht diesmal Mercedes mit einem Absatzrückgang um stattliche 9,7 %. Allerdings begründete der Premiumhersteller dies damit, dass einige Modelle nicht verfügbar waren, da die Produktion durch einen Brand bei einem Zulieferer ins Stocken geraten war.

Dunkle Wolken am Horizont?

Während auch die asiatischen Hersteller weitere Zuwächse verbuchen konnten, geben sich Analysten eher pessimistisch, was die weiteren Perspektiven für den US-Automarkt betrifft. Die weiterhin gültige Androhung von US-Präsident Donald Trump, ausländische Fahrzeuge mit Strafzöllen zu belegen, hängt wie ein Damoklesschwert über dem Markt.

Sollte diese Maßnahme tatsächlich eingesetzt werden, würde das insgesamt wohl das Preisniveau deutlich erhöhen. Kaum vorstellbar, dass diese Gelegenheit nicht durch die amerikanischen Hersteller ausgenutzt wird. Insofern besteht hier natürlich die Gefahr, dass die amerikanischen Verbraucher dann entsprechende Zurückhaltung üben.

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