USA Rare Earth Aktie: Spatenstich für 1,2-Milliarden-Fabrik

USA Rare Earth beginnt in South Carolina den Anlagenbau und stärkt mit Mine und Magnetproduktion die westliche Versorgung mit Seltenen Erden.

Die Kernpunkte:
  • Baustart für 1,2-Milliarden-Dollar-Fabrik
  • 6.400 Tonnen Magnete jährlich geplant
  • Serra-Verde-Übernahme für 2,8 Milliarden
  • Aktie heute 2,9 Prozent schwächer

Mit einem feierlichen Spatenstich im Cherokee County im US-Bundesstaat South Carolina hat USA Rare Earth am gestrigen Mittwoch den Bau einer neuen Fertigungsanlage für Seltene-Erden-Metalle und Permanentmagnete eingeleitet.

Das Projekt in Blacksburg umfasst ein Investitionsvolumen von rund 1,2 Milliarden US-Dollar und gilt als entscheidender Schritt, um die Abhängigkeit der westlichen Industrie von chinesischen Lieferketten bei kritischen Rohstoffen zu verringern.

Ein zentraler Baustein für die US-Lieferkette

Die neue Fabrik im Bailey Industrial Park wird auf einer Fläche von rund 800.000 Quadratfuß errichtet. Nach ihrer geplanten Inbetriebnahme im April 2028 soll die Anlage jährlich 6.400 Tonnen Neodym-Eisen-Bor-Magnete (NdFeB) sowie 5.000 Tonnen spezialisierter Metalle und Legierungen produzieren.

Durch das Projekt entstehen im Cherokee County etwa 490 neue Arbeitsplätze. Zur Unterstützung der lokalen Fachkräfteentwicklung spendete das Unternehmen zudem 250.000 US-Dollar an das Spartanburg Community College.

Zusammen mit der bereits bestehenden Expansion am Standort Stillwater in Oklahoma strebt USA Rare Earth eine Gesamtkapazität von 10.000 Tonnen Magneten pro Jahr an.

Diese Kapazitäten gewinnen vor dem Hintergrund neuer regulatorischer Vorgaben an Bedeutung: Laut dem US-Verteidigungsministerium dürfen Auftragnehmer ab Januar 2027 keine Magnete mehr liefern, die in China, Russland, dem Iran oder Nordkorea verarbeitet wurden.

Da China derzeit rund 94 % der weltweiten Sinter-Permanentmagnete kontrolliert, wächst der Druck auf die Industrie, alternative Bezugsquellen zu erschließen.

Rohstoffsicherung durch brasilianische Übernahme

Die Strategie des Unternehmens zielt auf eine vollständige vertikale Integration ab. Erst am 3. September schloss USA Rare Earth die Übernahme der Serra Verde Group ab, die in Brasilien die Pela-Ema-Mine betreibt.

Dieser Zukauf im Wert von rund 2,8 Milliarden US-Dollar sichert dem Konzern den Zugriff auf die einzige produzierende Seltene-Erden-Mine Brasiliens, die alle vier für Magnete relevanten Elemente — Neodym, Praseodym, Dysprosium und Terbium — liefert.

Die Produktion in Brasilien soll bis Ende 2026 auf 4.000 Tonnen Seltene-Erden-Oxid pro Jahr steigen. Berichten zufolge ist die gesamte Produktion bereits durch Abnahmeverträge mit der US-Regierung abgesichert. Flankiert wird die Expansion durch umfangreiche Finanzierungszusagen: Das Unternehmen verfügt über staatliche Unterstützung und Zusagen in Höhe von rund 1,6 Milliarden US-Dollar, unter anderem durch die US-EXIM Bank.

Analysten sehen erhebliches Aufwärtspotenzial

Trotz der operativen Fortschritte verbuchte die Aktie im heutigen Handel einen Rückgang um 2,9 % auf 16,56 USD. Damit notiert das Papier aktuell rund 4,8 % unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Im Vergleich zum Jahresbeginn steht für die Anleger jedoch ein deutliches Plus von 39 % zu Buche.

Analysten bewerten die langfristigen Aussichten positiv. Die Experten von StoneX bekräftigten nach dem Spatenstich ihre Kaufempfehlung und verwiesen auf die strategische Bedeutung der neuen Produktionskapazitäten. Auch andere Investmenthäuser zeigen sich optimistisch: Jefferies stuft den Wert mit „Buy“ und einem Kursziel von 21 USD ein, während Cantor Fitzgerald mit einer „Overweight“-Einstufung ein Kursziel von 40 USD ausgibt.

Im Fokus der kommenden Quartale steht nun der Baufortschritt in South Carolina sowie die Hochlaufphase der brasilianischen Mine. Während das Unternehmen im zweiten Quartal 2026 mit einem Umsatz von 5,82 Millionen US-Dollar noch unter den ursprünglichen Prognosen lag, wird die Integration der Serra Verde-Mine und der Aufbau der Magnetproduktion als zentraler Treiber für die künftige Umsatzentwicklung gesehen.

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