Valneva Aktie: 50.000 Menschen in Brasilien geimpft

Valneva erwartet S4V2-Daten im dritten Quartal, treibt die Borreliose-Zulassung voran und setzt auf bessere Margen im zweiten Halbjahr.

Die Kernpunkte:
  • S4V2-Ergebnisse im dritten Quartal erwartet
  • EMA prüft Borreliose-Impfstoff von Valneva
  • Produktumsätze im ersten Halbjahr gesunken
  • Standortverkauf in Nantes steht bevor

Der französisch-österreichische Impfstoffspezialist Valneva steuert auf ein entscheidendes Quartalsende zu. Nachdem wichtige regulatorische Meilensteine für das Kernportfolio bereits eingeleitet wurden, richten Investoren ihre Aufmerksamkeit nun verstärkt auf die klinische Pipeline.

Im Zentrum stehen dabei bevorstehende Daten zum Shigella-Impfstoffkandidaten S4V2, die als wesentlicher Impulsgeber für die künftige Entwicklungsstrategie des Unternehmens gelten.

Klinische Meilensteine im dritten Quartal

Für den tetravalenten Impfstoffkandidaten S4V2, den Valneva gemeinsam mit LimmaTech Biologics entwickelt, werden noch im laufenden dritten Quartal 2026 Ergebnisse aus zwei Phase-2-Studien erwartet. Diese umfassen eine Untersuchung zur Sicherheit und Immunogenität bei Säuglingen sowie eine sogenannte Human-Challenge-Studie (CHIM). Auf Basis dieser Resultate wird das Unternehmen über die weitere Übernahme der späten Entwicklungsphase entscheiden.

Parallel dazu schreitet das am weitesten fortgeschrittene Programm voran: Der Borreliose-Impfstoffkandidat PF-07307405 (LB6V). Nachdem die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) den Zulassungsantrag vor gut einer Woche validiert hat, läuft das formale Prüfverfahren für das gemeinsam mit Pfizer entwickelte Vakzin.

Da die Phase-3-Studie eine Wirksamkeit von über 70 Prozent belegte, werden Zulassungsentscheidungen in den USA und Europa innerhalb der nächsten zwölf Monate erwartet. Seit der Nachricht über die EMA-Validierung verzeichnete das Papier einen leichten Rückgang von 2,1 Prozent.

Margen-Erholung und operative Neuausrichtung

Finanziell blickt Valneva auf eine Phase der Transformation. Die vor rund einem Monat vorgelegten Ergebnisse für das erste Halbjahr zeigten einen Rückgang der Produktumsätze auf 64,0 Millionen Euro, während der Nettoverlust bei 63,3 Millionen Euro lag. Trotz dieser Belastungen bekräftigte die Unternehmensführung die Prognose für das Gesamtjahr mit angestrebten Produktumsätzen zwischen 135 und 150 Millionen Euro. Seit der Veröffentlichung dieser Zahlen konnte der Aktienkurs um 17,4 Prozent zulegen.

Für die zweite Jahreshälfte stellt Valneva eine deutliche Verbesserung der Bruttomargen in Aussicht, nachdem im ersten Halbjahr Einmaleffekte wie Lagerabschreibungen und Kosten für Vertragskündigungen das Ergebnis drückten.

Zur finanziellen Stabilisierung trägt zudem der Verkauf des Standorts im französischen Nantes bei. Die Veräußerung für 6,2 Millionen Euro steht unmittelbar bevor und soll noch im September 2026 abgeschlossen werden. Seit der Ankündigung dieser Maßnahme vor gut einer Woche gab der Kurs um 3,3 Prozent nach.

Marktlage und operativer Ausblick

An der Börse spiegelt sich die Neuausrichtung in einer volatilen Performance wider. Seit Jahresbeginn verzeichnete der Titel einen Rückgang von 24 Prozent. Aktuell notiert das Papier mit einem Abschlag von 47 Prozent zum 52-Wochen-Hoch, liegt jedoch gleichzeitig 39 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief.

Operative Fortschritte meldet das Unternehmen zudem bei der Markteinführung des Chikungunya-Impfstoffs IXCHIQ. In Brasilien wurden im Rahmen einer Pilotkampagne bereits rund 50.000 Erwachsene geimpft.

Da das Unternehmen den Anteil der Verkäufe von Drittprodukten bis zum Jahresende planmäßig auf unter 5 Prozent senken will, konzentriert sich die Strategie künftig fast ausschließlich auf die Vermarktung der eigenen, margenstärkeren Produkte.

Die Entwicklung des Cashflows, der im ersten Halbjahr einen operativen Verbrauch von 13,7 Millionen Euro aufwies, bleibt dabei eine zentrale Kennzahl für die Liquiditätssicherung bis zum Markteintritt weiterer Pipeline-Produkte.

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