Valneva Aktie: EMA prüft Lyme-Impfstoff PF-07307405
Europäische Arzneimittelbehörde nimmt Zulassungsantrag für Valnevas Borreliose-Impfstoff an. Trotz positiver Phase-3-Daten fällt die Aktie nach jüngsten Kursgewinnen.

- EMA akzeptiert Zulassungsantrag
- Phase-3-Studie zeigt 70% Wirksamkeit
- Aktie fällt trotz positiver Nachricht
- Analysten sehen Potenzial bei Impfstoff
Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den Zulassungsantrag für den Lyme-Borreliose-Impfstoffkandidaten PF-07307405 von Pfizer und Valneva angenommen. Damit beginnt offiziell die wissenschaftliche Prüfung für ein Präparat, das erstmals einen zugelassenen Humanimpfstoff gegen die von Zecken übertragene Krankheit in Europa bringen könnte. Bislang existiert kein solches Mittel.
Grundlage der Bewertung ist die Phase-3-Studie VALOR mit 9.437 Teilnehmern ab fünf Jahren, in der eine Wirksamkeit von mehr als 70 Prozent gemessen wurde. Der Valneva-Vorstandschef verweist auf mehr als 200 Millionen Menschen in europäischen Risikogebieten, die von einer Zulassung profitieren könnten.
Nach Angaben aus Frankreich werden in Europa jährlich rund 132.000 Lyme-Fälle registriert – eine Größenordnung, die den möglichen kommerziellen Wert des Impfstoffs unterstreicht.
Anleger reagieren zurückhaltend trotz Zulassungsschritt
Trotz der regulatorischen Fortschritte zeigt sich die Aktie am heutigen Dienstag schwächer: Der Kurs fällt um 4,2 Prozent auf 2,94 Euro, nachdem er am Vortag noch bei 3,07 Euro geschlossen hatte. Das wirkt zunächst überraschend angesichts der positiven Nachrichtenlage, lässt sich aber im Kontext der jüngsten Kursentwicklung einordnen: Über die vergangenen 30 Tage hatte das Papier bereits um 36 Prozent zugelegt, offenbar in Vorwegnahme der EMA-Entscheidung. Ein Teil der Gewinne wird nun realisiert.
Analysten von HC Wainwright hatten bereits vor der EMA-Meldung ihre Schätzungen für Valneva angepasst und die Q3-2026-Verlustprognose je Aktie von minus 0,21 auf minus 0,18 US-Dollar verbessert.
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet das Haus weiterhin mit einem Verlust von 1,04 US-Dollar je Aktie, für 2027 hingegen mit einem Gewinn von 1,80 US-Dollar – ein deutlicher Stimmungsumschwung, der die kommerzielle Erwartungshaltung an den Lyme-Impfstoff widerspiegelt. Das zweite Quartal 2026 war für Valneva allerdings schwächer ausgefallen als erwartet: Der Verlust je Aktie lag bei 0,40 US-Dollar statt der prognostizierten 0,19 US-Dollar, der Umsatz blieb mit 39,37 Millionen US-Dollar unter der Konsensschätzung von 44,17 Millionen US-Dollar.
Gemischtes Analystenbild trotz Zulassungsfantasie
Unter den Analysten, die Valneva abdecken, überwiegt trotz der operativen Schwäche des zweiten Quartals eine positive Einschätzung: Vier vergeben ein Kaufrating, zwei raten zum Verkauf, in der Summe ergibt sich ein Konsens von „Hold“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 11,98 US-Dollar.
Diese Spanne zeigt, wie unterschiedlich der potenzielle Wert des Lyme-Impfstoffprogramms eingeschätzt wird – zwischen skeptischer Zurückhaltung angesichts der laufenden Verluste und der Aussicht auf einen milliardenschweren Markt ohne bestehende Konkurrenzprodukte.
Für Valneva bleibt die EMA-Prüfung damit der zentrale Werttreiber der kommenden Monate. Der eigentliche regulatorische Prozess steht erst am Anfang, ein Zulassungsentscheid liegt noch in weiter Ferne. Bis dahin dürfte die Aktie anfällig bleiben für Gewinnmitnahmen nach starken Kursbewegungen, wie sie sich am heutigen Handelstag zeigen.
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