Valneva Aktie: EMA validiert Borreliose-Antrag

Valneva bündelt Forschung in Wien, senkt Kosten und erwartet Studiendaten. Die Produktverkaufsprognose für 2026 wurde leicht reduziert.

Die Kernpunkte:
  • Standortverkauf in Nantes vereinbart
  • Betriebskosten sollen deutlich sinken
  • Shigella-Daten im dritten Quartal erwartet
  • Produktverkaufsziel für 2026 gesenkt

Der Impfstoffhersteller Valneva befindet sich in einer Phase des strategischen Umbaus, während Anleger auf wegweisende Daten aus der Forschungspipeline warten.

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht derzeit die Konsolidierung der Unternehmensstruktur sowie die für das laufende dritte Quartal erwarteten Studienergebnisse eines wichtigen Impfstoffkandidaten. Das Unternehmen reagiert damit auf ein herausforderndes erstes Halbjahr und geopolitische Unsicherheiten, die das Geschäft mit Reiseimpfstoffen belasten.

Konsolidierung des Standorts und Kostensenkung

Ein wesentlicher Pfeiler der aktuellen Strategie ist der Verkauf des Standorts in Nantes an die Nantes Métropole für 6,2 Millionen Euro. Eine entsprechende Vorvereinbarung wurde bereits unterzeichnet, wobei der Abschluss der Transaktion für den laufenden Monat erwartet wird. Dieser Schritt ist Teil eines umfassenden Restrukturierungsprogramms, mit dem Valneva seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Wien bündelt.

Ziel dieser Maßnahmen ist eine Reduzierung der Betriebskosten um 25 bis 35 Prozent. Im ersten Halbjahr 2026 verbuchte das Unternehmen bereits Restrukturierungskosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro.

Dieser Umbau erfolgt vor dem Hintergrund eines deutlichen Nettoverlusts, der sich in den ersten sechs Monaten des Jahres auf 63,3 Millionen Euro belief, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Minus von 20,8 Millionen Euro verzeichnet worden war. Am heutigen Mittwoch notiert das Papier bei 2,91 Euro und verliert damit 1,5 Prozent.

Pipeline-Fortschritte und finanzielle Basis

Trotz der finanziellen Verluste bleibt die klinische Entwicklung ein zentraler Treiber für die Bewertung. Besonderes Augenmerk liegt auf dem tetravalenten Shigella-Impfstoffkandidaten S4V2, der in Zusammenarbeit mit LimmaTech Biologics entwickelt wird.

Ergebnisse aus zwei laufenden Phase-2-Studien sollen noch im dritten Quartal 2026 veröffentlicht werden. Für dieses Produkt wird ein globales Marktpotenzial von jährlich über 500 Millionen US-Dollar geschätzt.

Parallel dazu treibt das Unternehmen gemeinsam mit Pfizer die Zulassung des Borreliose-Impfstoffkandidaten LB6V voran. Nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Zulassungsantrag am vergangenen Sonntag validiert hat, wird innerhalb der nächsten zwölf Monate mit einer Entscheidung gerechnet.

Flankiert wird diese Entwicklung durch eine stabile Cash-Position von 121,5 Millionen Euro zum Ende des ersten Halbjahres, die unter anderem durch eine im zweiten Quartal abgeschlossene Kapitalerhöhung gestärkt wurde.

Die Aktie spiegelt die operative Neuausrichtung bisher nur teilweise wider und hat seit Jahresbeginn 22 Prozent an Wert verloren. Dennoch zeigt sich in den vergangenen Wochen eine Stabilisierung: Der Kurs notiert aktuell rund 17 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 2,49 Euro.

Für das Gesamtjahr 2026 hält Valneva an seiner Prognose für die Gesamterlöse zwischen 145 und 160 Millionen Euro fest, musste jedoch die Erwartungen für die reinen Produktverkäufe aufgrund von Gegenwind im Reisesektor auf 135 bis 150 Millionen Euro leicht nach unten korrigieren.

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