Valneva Aktie: EMA validiert VLA15-Antrag

Valneva erhält EMA-Validierung für Borreliose-Impfstoffkandidaten. Aktie legt deutlich zu, Restrukturierung und Pipeline-Fortschritte stützen den Kurs.

Die Kernpunkte:
  • EMA validiert Zulassungsantrag für VLA15
  • Aktie steigt um bis zu 24 Prozent
  • Restrukturierungsprogramm zur Kostensenkung angekündigt
  • Analysten erhöhen Kursziele und Empfehlungen

Der europäische Impfstoffhersteller Valneva hat einen entscheidenden Meilenstein im Zulassungsverfahren für seinen Borreliose-Impfstoffkandidaten PF-07307405 (VLA15) erreicht.

Wie das Unternehmen und sein Partner Pfizer mitteilten, hat die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) den Zulassungsantrag für die sechswertige Vakzin-Variante validiert. Damit beginnt das formelle regulatorische Prüfverfahren in Europa für den derzeit einzigen Borreliose-Impfstoff, der sich in einem fortgeschrittenen Stadium der klinischen Entwicklung befindet.

EMA-Zulassungsverfahren für Lyme-Vakzin eingeleitet

Die Validierung des Antrags am 14. August markiert den Startschuss für die behördliche Bewertung von VLA15. Da es sich um den weltweit am weitesten fortgeschrittenen Kandidaten gegen die durch Zecken übertragene Lyme-Borreliose handelt, misst der Markt diesem Schritt eine hohe Bedeutung bei.

In der Folge verzeichnete die Aktie an der Euronext in Paris deutliche Kursgewinne. Medienberichten zufolge löste die Nachricht zwischen dem 13. August und dem 14. August Kurssteigerungen von bis zu 24 % aus, was den stärksten Tagesgewinn seit über einem Jahr darstellte.

Zusätzlich zur Borreliose-Fantasie gab die Unternehmensführung am vergangenen Donnerstag bekannt, dass man für das dritte Quartal 2026 wichtige Daten aus der klinischen Entwicklung des Shigella-Impfstoffkandidaten (S4V2) erwartet.

Hierbei handelt es sich um Ergebnisse zur Sicherheit bei Kleinkindern sowie um Daten aus einer Human-Challenge-Studie. Diese weiteren Pipeline-Fortschritte könnten die Abhängigkeit des Unternehmens vom Erfolg des Borreliose-Projekts perspektivisch verbreitern.

Strategische Neuausrichtung und finanzielle Basis

Parallel zu den klinischen Fortschritten treibt Valneva die interne Konsolidierung voran. Am 13. August gab das Management die Implementierung eines globalen Restrukturierungsprogramms bekannt. Dieses umfasst einen Stellenabbau sowie die Konzentration der Forschungsaktivitäten am Standort Wien. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Ausgaben für den laufenden Betrieb (Cash Burn) signifikant zu senken und die Effizienz in der Entwicklung zu steigern.

Trotz eines herausfordernden ersten Halbjahres 2026, in dem der Umsatz auf 65,8 Millionen Euro sank (Vorjahreszeitraum: 97,6 Millionen Euro), bestätigte das Unternehmen seine Prognose für das Gesamtjahr. Der Umsatzrückgang war maßgeblich durch das planmäßige Auslaufen von Vertriebsvereinbarungen mit Drittanbietern bedingt.

Der Nettoverlust weitete sich im selben Zeitraum auf 63,3 Millionen Euro aus. Dennoch verbesserte sich die Cash-Position zum 30. Juni auf 121,5 Millionen Euro, gestützt durch eine im zweiten Quartal abgeschlossene Kapitalerhöhung in Höhe von 84 Millionen Euro.

Marktposition und Analysteneinschätzungen

Die jüngsten operativen Fortschritte stießen bei Analysten auf ein positives Echo. Die Experten von TD Cowen stuften das Papier am 12. August auf „Strong Buy“ hoch und nannten ein Kursziel von 12,00 US-Dollar. Sie verwiesen dabei auf das deutlich gesunkene Risiko für das in Partnerschaft mit Pfizer entwickelte Borreliose-Programm und schätzen, dass die weltweiten Spitzenumsätze für diesen Impfstoff bis zum Jahr 2035 ein Volumen von 3,1 Milliarden Euro erreichen könnten. Auch die Analysten von Stifel bekräftigten am 14. August ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 7,50 Euro.

Anleger reagierten in den vergangenen Wochen bereits mit deutlichem Optimismus auf die Nachrichtenlage. Die Aktie notierte am Freitag zum Handelsschluss bei 2,94 Euro und konnte damit über einen Zeitraum von 30 Tagen ein Plus von 38 % verzeichnen. Mit diesem Kursniveau notiert der Wert rund 26 % über seinem gleitenden Durchschnitt der letzten 50 Tage, der bei 2,34 Euro liegt.

Medienberichten zufolge passten am Dienstag auch institutionelle Investoren wie JPMorgan Chase & Co. ihre Positionen an und bauten neue Beteiligungen auf, was das wachsende Interesse am regulatorischen Fortschritt des Unternehmens unterstreicht.

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