Valneva Aktie: Endlose Talfahrt?

Valnevas Borreliose-Kandidat zeigt klinische Wirksamkeit, verfehlt aber einen primären statistischen Endpunkt. Dies belastet den regulatorischen Pfad und erklärt den jüngsten Kursrückgang des Biotech-Unternehmens.

Die Kernpunkte:
  • Impfstoff zeigt über 70 Prozent Wirksamkeit
  • Primärer Endpunkt statistisch nicht erreicht
  • Umsatzprognose für 2026 bestätigt
  • Nächster Meilenstein sind Shigella-Daten

Der Borreliose-Impfstoff wirkt — und trotzdem stürzte die Aktie ab. Dieses scheinbare Paradox erklärt den Kursverlust der vergangenen Woche besser als jede Chartanalyse.

Am 23. März veröffentlichten Valneva und Pfizer die Topline-Ergebnisse der Phase-3-VALOR-Studie. Der Impfstoffkandidat LB6V zeigte eine Wirksamkeit von über 70 Prozent bei der Prävention von Borreliose — ohne identifizierte Sicherheitsbedenken. Klinisch ein solides Ergebnis. Statistisch jedoch unvollständig.

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Das Problem liegt im Konfidenzintervall

Der primäre Endpunkt wurde 28 Tage nach der vierten Dosis gemessen. Die nachgewiesene Wirksamkeit lag bei 73,2 Prozent — doch die untere Grenze des 95-Prozent-Konfidenzintervalls erreichte nur 15,8 Prozent, unterhalb des vorgeschriebenen Schwellenwerts von 20 Prozent. Ursache: Im Studienzeitraum traten schlicht weniger Borreliose-Fälle auf als geplant, was die statistische Trennschärfe schwächte.

Die zweite vorab festgelegte Analyse — gemessen einen Tag nach der vierten Dosis — erfüllte diesen Schwellenwert mit einem Konfidenzintervall von 21,7 bis 93,9 Prozent. Auf dieser Basis planen beide Unternehmen weiterhin Zulassungsanträge. Der Markt bewertet jedoch primär den regulatorischen Pfad, nicht die Wirksamkeitszahl allein. Und der ist durch das Verfehlen des primären Endpunkts mit Unsicherheit behaftet.

Erschwerend kommt die Vorgeschichte hinzu: Bereits 2023 mussten rund 50 Prozent der ursprünglich eingeschlossenen US-Patienten aus der Studie ausgeschlossen werden, nachdem an mehreren Standorten Verstöße gegen Good Clinical Practice festgestellt worden waren. Das Programm verzögerte sich dadurch um etwa ein Jahr.

Jahresergebnis und Pipeline-Ausblick

Abseits der Borreliose-Daten meldete Valneva für 2025 einen Gesamtumsatz von 174,7 Millionen Euro bei einem ausgeweiteten Nettoverlust von 115,2 Millionen Euro — letzteres vor allem, weil ein Einmalertrag aus dem Vorjahr wegfiel. Das Unternehmen schloss das Jahr mit 109,7 Millionen Euro Liquidität, reduzierte den operativen Cash-Burn um 21 Prozent und bestätigte die Umsatzprognose für 2026 von 155 bis 170 Millionen Euro.

Beim World Vaccine Congress in Washington (31. März bis 2. April) präsentiert CEO Thomas Lingelbach Real-World-Daten zu IXCHIQ — dem Chikungunya-Impfstoff, der nach einer brasilianischen Pilotimpfkampagne mit über 12.000 Geimpften neue Praxisbelege vorweisen kann. Gleichzeitig belastet der freiwillige Rückzug der US-Zulassungsanträge für IXCHIQ im Januar 2026 weiterhin das Bild.

Der nächste substanzielle Datenpunkt für die Pipeline sind die für Mitte 2026 erwarteten Phase-2-Ergebnisse des Shigella-Kandidaten S4V2. Mit der Aktie rund 46 Prozent unter ihrem Jahreshoch von 5,16 Euro und einem Abstand von über 30 Prozent zum 200-Tage-Durchschnitt ist die Messlatte für eine Neubewertung hoch — die Shigella-Daten könnten sie setzen.

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