Valneva Aktie: ETEC-Lizenzabkommen mit Bergen-Forschern
Valneva sichert sich Lizenz für ETEC-Impfstoff und stellt Führung neu auf. Die Aktie notiert nahe dem Jahrestief.

- Lizenzdeal für ETEC-Impfstoff
- Führungswechsel im Verwaltungsrat
- Hauptsitzverlegung nach Lyon
- Aktie nahe 52-Wochen-Tief
Der Impfstoffentwickler Valneva baut sein Portfolio aus. Ein neues Lizenzabkommen ebnet den Weg für ein Vakzin gegen enterotoxische Escherichia coli (ETEC). Das Bakterium verursacht weltweit schwere Durchfallerkrankungen. Das Ziel: ein breit wirksamer Schutz. Bislang existiert ein solches Präparat nicht.
Die zugrundeliegende Technologie stammt von Forschern der Universität Bergen und des norwegischen Instituts NORCE. Sie richtet sich gezielt gegen ein Toxin des ETEC-Bakteriums. Die Erreger treffen vor allem Kinder in Ländern mit niedrigen und mittleren Einkommen hart. Valneva sichert sich mit dem Abkommen die Basis für die weitere Entwicklung. Bis zur Marktreife vergeht allerdings noch viel Zeit. Laborstudien und klinische Tests stehen erst am Anfang.
Umbau in der Chefetage
Parallel dazu strafft der Konzern seine Führungsstruktur. Seit Ende Juni leitet Gerd Zettlmeissl den Verwaltungsrat. Der unabhängige Direktor bringt vier Jahrzehnte Branchenerfahrung mit. Er löst Anne-Marie Graffin ab. Sie bleibt dem Gremium als stellvertretende Vorsitzende erhalten. Die Aktionäre machten auf der jüngsten Hauptversammlung zudem den Weg für einen Standortwechsel frei. Valneva verlegt den Hauptsitz nach Lyon. Der Standort Nantes schließt.
An der Börse verpuffen die operativen Nachrichten bisher. Die Valneva-Aktie notiert aktuell bei 2,28 Euro. Seit Jahresbeginn summiert sich der Kursverlust damit auf rund 41 Prozent. Das Papier nähert sich gefährlich dem 52-Wochen-Tief von 2,13 Euro. Die langfristigen Trendlinien zeigen strikt nach unten.
Das Pipeline-Wachstum verlangt von Anlegern einen langen Atem. Kurzfristig liefert das ETEC-Projekt keine marktbewegenden Umsatzdaten. Hält die charttechnische Unterstützung beim jüngsten Jahrestief nicht, droht der nächste Abverkauf.
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