Valneva Aktie: Verwirrung komplett?

Valneva und Partner Pfizer halten trotz verfehltem statistischen Endpunkt in der Borreliose-Studie an Zulassungsplänen für 2026 fest. Der Kurs korrigierte deutlich, Analysten bleiben optimistisch.

Die Kernpunkte:
  • Borreliose-Impfstoff verfehlt primären statistischen Endpunkt
  • Schutzwirkung von über 70 Prozent in zweiter Analyse
  • Kursziel gesenkt, aber Kaufempfehlung bleibt bestehen
  • Chikungunya-Impfstoff zeigt Fortschritte in Brasilien

Der Impfstoffhersteller Valneva präsentiert sich aktuell auf dem World Vaccine Congress in Washington mit großem Selbstbewusstsein. Dabei steht das Unternehmen vor einer ungewöhnlichen regulatorischen Herausforderung: Obwohl der Borreliose-Kandidat LB6V in der ersten Analyse ein wichtiges statistisches Kriterium verfehlte, treiben die Franzosen gemeinsam mit Pfizer die Zulassungsanträge unbeirrt voran. Diese Entschlossenheit trifft am Markt auf Skepsis, was sich in einer deutlichen Kurskorrektur widerspiegelt.

Borreliose-Impfstoff: Wirksamkeit vs. Statistik

Die regulatorische Aufarbeitung der Phase-3-Daten zum Borreliose-Impfstoff LB6V verlangt dem Management einiges ab. In der klinischen Studie erkrankten weniger Teilnehmer als erwartet. Dadurch wurde der vorher festgelegte primäre Endpunkt rein statistisch verfehlt, da das Konfidenzintervall unter den geforderten Schwellenwert rutschte. In einer zweiten Analyse bewies das Vakzin bei Personen ab fünf Jahren allerdings eine Schutzwirkung von über 70 Prozent. Valneva und Partner Pfizer werten dies als klinisch bedeutsam und wollen noch im Jahr 2026 die Zulassungsanträge bei der FDA und der EMA einreichen.

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Die Börse quittierte diese Unsicherheit zuletzt mit Zurückhaltung. Bei einem aktuellen Kurs von 2,81 Euro verzeichnet das Papier auf Sicht von 30 Tagen ein Minus von fast 41 Prozent. Auch die Analysten von First Berlin reagierten auf den verfehlten Endpunkt. Sie senkten das Kursziel spürbar von 6,60 auf 4,80 Euro, halten aber an ihrer generellen Kaufempfehlung fest.

Realdaten und finanzielle Aussichten

Parallel zur Borreliose-Thematik liefert das Unternehmen beim Chikungunya-Impfstoff IXCHIQ konkrete Fortschritte. Auf dem Kongress in Washington präsentiert das Management frische Realdaten aus einer Pilot-Impfkampagne in Brasilien, bei der bereits über 12.000 Personen geimpft wurden. Diese Zahlen dienen als wichtiges Fundament für anstehende Post-Marketing-Studien.

Finanziell ist der Erfolg der späten Pipeline für Valneva von enormer Bedeutung. Bei einer erfolgreichen Borreliose-Zulassung winken Meilensteinzahlungen von bis zu 168 Millionen US-Dollar sowie zweistellige Lizenzgebühren auf zukünftige Umsätze. Das aktuelle Polster bietet für die laufenden Verfahren eine solide Basis: Das Unternehmen verfügt über liquide Mittel in Höhe von knapp 110 Millionen Euro, während der operative Mittelabfluss im vergangenen Jahr auf rund 53 Millionen Euro gesenkt wurde.

Reichen Valneva und Pfizer die Anträge für den Borreliose-Impfstoff wie geplant 2026 ein, rückt die Markteinführung des weltweit ersten Vakzins gegen diese Krankheit in greifbare Nähe. Bis dahin dürften die für die zweite Jahreshälfte 2026 erwarteten Phase-2-Daten zum Shigella-Impfstoff S4V2 für neue fundamentale Impulse sorgen.

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