VanEck BDC Income ETF: Ex-Tag 1. Juli, 0,2391 Dollar
Der VanEck BDC Income ETF lockt mit 9,6 Prozent Rendite, doch die zugrunde liegenden BDCs leiden unter steigenden Verlusten und Liquiditätsengpässen.

- Quartalsausschüttung von 0,2391 Dollar
- BDCs fahren durchschnittlich Verluste ein
- Zinsaufwendungen steigen um 20 Prozent
- Private-Credit-Markt zeigt Liquiditätsspannungen
Der VanEck BDC Income ETF schüttet frische Rendite aus. Am 1. Juli erklärte der Fonds eine Quartalsausschüttung von 0,2391 Dollar pro Anteil – fällig am 7. Juli. Die 30-Tage-SEC-Rendite liegt bei stattlichen 9,60 Prozent.
Doch die hohe Ausschüttung kaschiert ein fundamentales Problem. Die Geschäftsmodelle dahinter – börsennotierte BDCs – geraten zunehmend unter Druck.
Verluste statt Gewinne
Eine aktuelle Analyse von 53 öffentlich gehandelten BDCs zeigt einen markanten Bruch. Im ersten Quartal 2026 fuhren die Firmen im Schnitt einen Verlust von 7,6 Millionen Dollar ein. Ein Jahr zuvor stand noch ein Profit von 26 Millionen Dollar in den Büchern.
Die Zahl der Verlustbringer ist rasant gestiegen: 28 der 53 Gesellschaften arbeiten aktuell defizitär. Vor einem Jahr waren es gerade einmal zwölf.
Der Hauptgrund liegt auf der Kostenseite. Die Zinsaufwendungen sind binnen zwei Jahren um 20 Prozent gestiegen – auf durchschnittlich 28 Millionen Dollar pro Firma. Parallel dazu schwindet die Qualität der Erträge. Im Jahr 2025 entfielen 8,1 Prozent der Einnahmen auf sogenannte PIK-Zahlungen: Kreditnehmer bedienen ihre Zinsen nicht in bar, sondern mit frischen Schulden. Vor 2020 lag dieser Anteil bei der Hälfte.
Der S&P BDC Index gibt diese Entwicklung im Kurs wieder: minus 8,4 Prozent seit Jahresbeginn. Im April 2026 notierten die gelisteten BDCs zudem mit dem größten Abschlag zum inneren Wert seit über fünf Jahren.
Engpässe im Private Credit
Der gesamte Private-Credit-Markt – rund 3,5 Billionen Dollar schwer – zeigt Liquiditätsspannungen. Im zweiten Quartal 2026 beantragten Anleger Rückzahlungen von 15,6 Milliarden Dollar. Das sind 1,7 Milliarden mehr als noch im Vorquartal. Die Fondsmanager gaben jedoch nur 5,9 Milliarden Dollar zurück.
Große Adressen wie Blackstone, Apollo und Ares haben Obergrenzen für Rücknahmen eingeführt, meist fünf Prozent pro Quartal. Blue Owl hält ebenfalls an dieser Grenze fest und verbuchte allein fürs zweite Quartal Rücknahmewünsche von 4,7 Milliarden Dollar. Goldman Sachs Private Credit Corp und Oaktree Strategic Credit blieben unter der Schwelle. Die Richtung ist dennoch klar: Die Liquidität wird knapper.
Hohe Rendite, höheres Risiko
Trotz der Verlustwelle und des Index-Rückgangs erzielten die gelisteten BDCs im zweiten Quartal eine NAV-basierte Gesamtrendite von 2,9 Prozent. Möglich machten das hohe Nominalrenditen – auch wenn die Vermögenswerte an Wert verloren.
Der Blue Owl OTF-Fonds etwa schrieb jüngst 490 Millionen Dollar ab. FS KKR meldete realisierte Verluste von 195 Millionen Dollar.
Die SEC-Rendite des VanEck-ETFs bleibt für Einkommensinvestoren attraktiv. Ein wachsendes Risiko ist jedoch die steigende Verschuldung der BDCs selbst: Bei 14 großen Gesellschaften legte die außerbilanziell aufgenommene Kreditaufnahme im ersten Quartal 2026 um 14 Prozent zu. Die Hebelwirkung im Sektor nimmt zu – und damit auch die Anfälligkeit.
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