VanEck Dividend Leaders: Shell verdoppelt Gewinn, RSI zeigt Überkauf

Der VanEck Dividenden-ETF notiert nahe seinem Allzeithoch, während der RSI auf überkaufte Signale deutet. Starke Quartalszahlen von Shell und Stellantis stützen den Fonds.

Die Kernpunkte:
  • Shell übertrifft Gewinnerwartungen deutlich
  • Stellantis kehrt in die Gewinnzone zurück
  • RSI signalisiert überkaufte Marktlage
  • Portfolio-Schwerpunkt verschiebt sich zu Banken

Starke Quartalszahlen von Shell und Stellantis treiben zwei Schwergewichte im VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF an. Der Fonds selbst tritt an diesem Donnerstag jedoch auf der Stelle. Nach einem neuen 52-Wochen-Hoch am Mittwoch bei 55,50 Euro pendelt der Kurs nun leicht darunter — ein Detail, das mehr über die Marktstimmung verrät als die Gewinnzahlen selbst.

Der ETF notiert aktuell bei 55,01 Euro und verliert damit 0,15 Prozent. Der Rücksetzer wirkt harmlos. Er kommt aber ausgerechnet an dem Tag, an dem zwei der größten Portfoliopositionen liefern sollten — und liefern.

Shell und Stellantis übertreffen die Erwartungen

Shell meldete für das zweite Quartal 2026 ein bereinigtes Ergebnis von 9,84 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt nur 8,92 Milliarden Dollar erwartet. Der Gewinn hat sich damit gegenüber dem Vorjahresquartal mehr als verdoppelt, getragen von hohen Öl- und Gaspreisen sowie starken Handelserträgen.

Für Dividendenanleger zählt vor allem eine andere Zahl: Shell startet ein neues Aktienrückkaufprogramm über 3,0 Milliarden Dollar. Der Konzern will es bis zur Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal abschließen.

Auch Stellantis meldet eine deutliche Wende. Der Autobauer erzielte im zweiten Quartal einen Nettogewinn von 293 Millionen Euro — im Vorjahresquartal stand noch ein Verlust von 1,87 Milliarden Euro zu Buche. Der Nettoumsatz stieg um 13 Prozent auf 43,48 Milliarden Euro, angetrieben vor allem vom Nordamerika-Geschäft. Das Unternehmen bestätigte seine Jahresprognose für 2026 und signalisiert damit Stabilität für künftige Ausschüttungen.

Der RSI zeigt Erschöpfung

Trotz der positiven Überraschungen bei den Kernbeteiligungen wirkt der ETF technisch überhitzt. Der 14-Tage-RSI liegt bei 70,7 Punkten — ein Wert, der klassisch als überkauft gilt.

Der aktuelle Kurs von 55,01 Euro liegt nur 0,88 Prozent unter dem gestern erreichten Rekordhoch. Diese Nähe zum Allzeithoch bei gleichzeitig hohem RSI deutet darauf hin, dass der Markt die positive Gewinndynamik bereits weitgehend eingepreist hat. Mit einem Plus von 14,51 Prozent seit Jahresbeginn und 26,49 Prozent auf Zwölfmonatssicht hat der Fonds ohnehin schon viel Strecke zurückgelegt.

Banken statt Öl: Die Verschiebung im Portfolio

Ein Umbau im Juni 2026 hat das Fondsprofil deutlich verändert. Banken und Finanzinstitute machen inzwischen rund 44 Prozent des Portfolios aus. Der Energiesektor schrumpfte dagegen auf 11,5 Prozent, weil die großen Ölwerte zuletzt stark gestiegen sind und damit ihr relatives Gewicht sank.

Diese Konzentration auf hoch rentierende Substanzwerte hat dem ETF zuletzt einen Vorsprung gegenüber breiteren Indizes wie dem MSCI World verschafft. Die laufende Berichtssaison wird jetzt zum Test für diesen sektorschweren Ansatz. Shells Zahlen belegen die hohe Cashflow-Stärke im Energiesegment — die mittelfristige Stabilität des Fonds hängt aber zunehmend an Finanzriesen wie HSBC und Intesa Sanpaolo.

Die nächste Quartalsausschüttung ist für September angesetzt. Ob die „Dividend Leaders“ ihre Widerstandsfähigkeit auch bei den anstehenden Bankzahlen bestätigen, entscheidet mit, ob sich die aktuellen Kursniveaus halten lassen.

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