VanEck Gold Miners ETF: 21,31 Prozent Plus in sieben Tagen

Schwache US-Arbeitsmarktdaten beflügeln Goldminen-Aktien: Der Sektor verzeichnet Wochenplus von 21 Prozent, Zentralbanken stützen den Preis.

Die Kernpunkte:
  • US-Arbeitsmarkt enttäuscht deutlich
  • Goldpreis springt auf 4.353 Dollar
  • Chinas Notenbank kauft weiter Gold
  • Goldminen-ETF steigt um 21 Prozent

Ein überraschender Einbruch am US-Arbeitsmarkt hat den Goldsektor in der vergangenen Handelswoche in eine massive Ausbruchsbewegung versetzt. Der VanEck Gold Miners ETF, der die Wertentwicklung der weltweit größten Goldförderunternehmen abbildet, profitierte dabei von einer Kombination aus schwachen Wirtschaftsdaten, einer hohen physischen Nachfrage durch Zentralbanken und einer technisch überverkauften Ausgangslage.

US-Arbeitsmarkt schürt Hoffnung auf Zinswende

Der entscheidende Impuls für die Kursrallye kam am Freitag von den offiziellen US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Juli. Anstatt der von Analysten erwarteten 83.000 neuen Stellen meldete das US-Arbeitsministerium einen unerwarteten Abbau von 23.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote auf 4,1 Prozent. Diese Zahlen verstärkten am Markt die Erwartung, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren restriktiven Kurs beenden könnte.

In der Folge sanken die Erwartungen für eine Zinserhöhung im September deutlich von zuvor 55 Prozent auf nun 41,9 Prozent. Da Gold als unverzinstes Asset traditionell von Aussichten auf niedrigere Realzinsen profitiert, reagierte der Goldpreis mit einem Sprung auf rund 4.353 US-Dollar pro Unze. Der VanEck Gold Miners ETF vollzog diese Bewegung am Freitag mit einem Plus von 7,11 Prozent überproportional nach. Auf Sicht von sieben Tagen summiert sich der Wertzuwachs damit auf beachtliche 21,31 Prozent.

Zentralbanken stützen das Preisniveau

Neben den makroökonomischen Daten aus den USA bleibt die Nachfrage der Notenbanken ein zentraler Stützpfeiler für den Sektor. Besonders die chinesische Zentralbank (PBOC) setzt ihre Diversifizierungsstrategie fort. Berichten zufolge weitete die PBOC ihre Goldkäufe im Juli zum 21. Mal in Folge aus. Mit einem Zukauf von 20 Tonnen erreichten die chinesischen Reserven Ende Juli ein Niveau von 2.366 Tonnen.

Analysten von UBS sehen in diesem Verhalten einen langfristigen Trend. Das Bankhaus prognostiziert, dass der Goldpreis in der ersten Jahreshälfte 2027 die Marke von 5.000 US-Dollar erreichen könnte, getrieben durch anhaltende Käufe aus China und zunehmende Zuflüsse in Gold-ETFs. Auch Goldman Sachs verwies zuletzt auf eine mögliche Trendwende bei den Positionierungen großer Marktakteure. Demnach waren computergesteuerte Handelssysteme (CTAs) zuletzt mit rund 9 Milliarden US-Dollar in Gold short positioniert. Ein Eindecken dieser Leerverkäufe könnte den Aufwärtsdruck weiter verstärken.

Operativer Hebel der Minenbetreiber

Innerhalb des ETF zeigten Schwergewichte wie Agnico Eagle Mines und Newmont deutliche Zuwächse von über 20 Prozent in der abgelaufenen Woche. Diese Entwicklung unterstreicht den operativen Hebel der Minenaktien gegenüber dem physischen Edelmetall. Da die Förderkosten der Unternehmen weitgehend fix sind, fließen steigende Goldpreise überproportional in die Gewinnmargen ein.

Technisch hat sich das Bild durch die jüngste Dynamik signifikant aufgehellt. Der ETF notiert mit 89,89 US-Dollar nun deutlich über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 78,12 USD. Während einige Marktbeobachter nach dem schnellen Anstieg vor kurzfristigen Gewinnmitnahmen warnen, richten sich die Blicke der Anleger bereits auf die kommenden US-Inflationsdaten am Mittwoch, die weiteren Aufschluss über den künftigen Zinspfad geben dürften.

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