VanEck Gold Miners ETF: Barrick 50 Prozent Gewinnplus im Q2
Goldminenwerte profitieren von Rekord-Edelmetallpreisen. US-Fiskalsorgen und Anleiherückkäufe treiben die Nachfrage nach Sachwerten und bescheren Branchenriesen hohe Gewinne.

- Goldpreis überschreitet 4.600-Dollar-Marke
- US-Anleiherückkäufe verstärken Fiskalängste
- Barrick und Newmont melden Rekordgewinne
- Notenbanken stocken Goldreserven weiter auf
Die Notierungen für Goldminen-Aktien verzeichnen am heutigen Montag einen deutlichen Aufschwung, während der Goldpreis die Marke von 4.600 US-Dollar pro Unze überschritten hat.
Getrieben wird diese Entwicklung durch eine Kombination aus fiskalpolitischen Eingriffen der US-Regierung, Sorgen um die Stabilität der Staatsfinanzen und einer sektoralen Umschichtung an den Aktienmärkten. Analysten von Goldman Sachs beobachten derzeit eine Rotation von Momentum-Werten aus dem Technologiebereich hin zu Substanzwerten wie Gold- und Kupferproduzenten.
Anleiherückkäufe treiben Edelmetallpreise
Ein wesentlicher Faktor für die aktuelle Stärke des Sektors ist die Ankündigung des US-Finanzministeriums, das Rückkaufprogramm für langlaufende Staatsanleihen massiv auszuweiten. Ab dem 9. September sollen die Operationen auf ein Volumen von 4 Milliarden US-Dollar pro Transaktion verdoppelt werden.
Diese Maßnahme, die laut Medienberichten von Scott Bessent weiter forciert werden könnte, hat am Markt Befürchtungen hinsichtlich der fiskalischen Glaubwürdigkeit der USA geweckt. Angesichts einer Staatsverschuldung von über 40 Billionen US-Dollar suchen Investoren verstärkt Sicherheit in Sachwerten.
In der Folge fiel der US-Dollar-Index auf ein Drei-Monats-Tief, was den in Dollar denominierten Goldpreis zusätzlich stützt. Laut ING sind es vor allem diese Sorgen um die fiskalische Tragfähigkeit, die den Goldpreis seit Mitte Juli von etwa 4.000 US-Dollar auf das aktuelle Niveau von über 4.600 US-Dollar getrieben haben. Analysten der UBS haben ihre Prognosen bereits nach oben korrigiert und erwarten einen Anstieg auf 5.000 US-Dollar bis zum März 2027.
Rekordmargen bei führenden Goldproduzenten
Die operativen Geschäfte der im VanEck Gold Miners ETF enthaltenen Unternehmen zeigen sich unterdessen hochprofitabel. Da der Anstieg des Goldpreises die ebenfalls steigenden Produktionskosten deutlich übertrifft, erzielt die Branche derzeit Rekordmargen.
Während die durchschnittlichen Gesamtkosten (AISC) im ersten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 16 Prozent auf 1.785 US-Dollar pro Unze stiegen, kletterte der Goldpreis im selben Zeitraum um 70 Prozent.
Besonders die Branchenriesen melden starke Zahlen. Barrick Gold konnte seinen Nettogewinn im zweiten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar steigern. Das Unternehmen meldete zudem eine Goldproduktion von 796.000 Unzen und kündigte Aktienrückkäufe im Volumen von 1,2 Milliarden US-Dollar an.
Auch Newmont überzeugt durch einen freien Cashflow von 3,1 Milliarden US-Dollar und plant Rückkäufe in Höhe von 6 Milliarden US-Dollar. Diese solide Finanzlage ermöglicht es den Konzernen, trotz geopolitischer Spannungen und logistischer Herausforderungen, etwa durch den Iran-Konflikt, ihre Dividenden stabil zu halten oder zu erhöhen.
Analysten sehen weiteres Potenzial
Die Stimmung unter den institutionellen Anlegern hellt sich zusehends auf. In einer aktuellen Umfrage der Bank of America wird Gold trotz der jüngsten Rallye von einem Nettoanteil von 16 Prozent der Befragten weiterhin als unterbewertet eingestuft – der höchste Wert seit März 2023. Während die Barreserven in den Portfolios auf historische Tiefstände fallen, wächst die Aktienquote deutlich an.
Analysten von Jefferies und anderen Häusern haben daraufhin ihre Kursziele für Einzelwerte wie Eldorado Gold angehoben, nachdem das Unternehmen starke Quartalszahlen vorgelegt hatte. Auch kleinere Produzenten rücken in den Fokus, da die Zentralbanken ihre Bestände weiterhin aufstocken.
Allein im zweiten Quartal kauften Notenbanken weltweit 288,9 Tonnen Gold, wobei insbesondere die chinesische Zentralbank ihre Käufe im 21. Monat in Folge fortsetzte. Kurzfristig blicken Marktteilnehmer nun auf das anstehende Notenbank-Symposium in Jackson Hole, von dem weitere Signale für die Zinspolitik und damit für die künftige Attraktivität von Edelmetallen erwartet werden.
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