VanEck Seltene Erden ETF: 10. November Exportkontroll-Auslaufdatum
Preise für strategische Seltenerdoxide steigen kräftig, angetrieben von Chinas drohenden Exportbeschränkungen und reger Nachfrage aus der Industrie.

- Deutliche Preissteigerungen bei Seltenerdoxiden
- Chinas Exportkontrollen sorgen für Unruhe
- Energy Fuels übernimmt Australian Strategic Materials
- KI-Boom steigert langfristige Rohstoffnachfrage
Der VanEck Seltene Erden ETF verzeichnet am heutigen Freitag einen deutlichen Aufwärtstrieb. Hintergrund ist eine massive Verteuerung wichtiger strategischer Oxide auf dem Spotmarkt.
So legten die Preise für Praseodym-Neodym-Oxid um 8.000 Yuan pro Tonne zu, während Dysprosiumoxid und Terbiumoxid Steigerungen von 25.000 beziehungsweise 30.000 Yuan verzeichneten. Marktbeobachter führen diese Entwicklung auf umfangreiche Beschaffungen durch Großfabriken und ein schwindendes Angebot an günstig verfügbaren Spot-Mengen zurück.
Lieferengpässe und Chinas Exportregeln
Ein wesentlicher Treiber für die Nervosität im Sektor ist die drohende Verschärfung der chinesischen Exportpolitik. Medienberichten zufolge läuft am 10. November die Aussetzung der chinesischen Exportkontrollen aus. Dies führt bereits jetzt zu massiven Preisdiskrepanzen: In Europa liegen die Preise für schwere Seltene Erden wie Dysprosium, Terbium und Gallium teilweise beim Fünffachen des chinesischen Inlandsniveaus. Westliche Einkäufer versuchen offenbar, ihre Bestände vor der drohenden Frist im November massiv aufzustocken.
Der Fonds profitierte bereits in den vergangenen Wochen von dieser Gemengelage. Am Sonntag wurde bekannt, dass der ETF über einen Zeitraum von 30 Tagen ein Plus von 8,1 % verbuchen konnte. Neben den Sorgen um die chinesischen Exportquoten stützten vor allem stabilere Notierungen chinesischer Aktien aus dem Bereich der Seltenen Erden die Bewertung des Portfolios.
Konsolidierung und neue Produktionswege
Innerhalb der Branche schreitet zudem die Konsolidierung voran. Am Mittwoch stimmten die Aktionäre von Energy Fuels mit einer Mehrheit von 98,23 % der Übernahme von Australian Strategic Materials (ASM) zu. Die Umsetzung dieser Transaktion ist für den 28. August geplant. Ziel des Zusammenschlusses ist es, die Produktion von Metallen und Legierungen im kommerziellen Maßstab direkt in die bestehenden Kapaziäten für Seltenerdoxide zu integrieren.
Parallel dazu meldete Evolution Metals & Technologies Corp gestern den Start der kommerziellen Produktion von Seltenerdmagneten. Das Unternehmen nutzt hierfür Schrott und vorgetrennte Metalle. Damit sollen Engpässe bei der Verarbeitung von Monazit-Erz umgangen werden, die im Inland häufig durch radioaktive Nebenprodukte erschwert wird.
Langfristige Nachfrage durch Künstliche Intelligenz
Neben der aktuellen Angebotssituation rückt die künftige Nachfrage durch die Energiewende und moderne Technologien in den Fokus. Die US-Regierung kündigte eine Förderinitiative im Volumen von 2,18 Milliarden US-Dollar für kritische Mineralien an, nachdem bereits Ende Juli der Defense Production Act aktiviert wurde, um die heimische Versorgung mit strategischen Materialien zu sichern.
Zudem wird der Sektor als wesentlicher Profiteur des KI-Booms identifiziert. Für die Infrastruktur von KI-Rechenzentren wird eine enorme Menge an Neodym und Kupfer benötigt. Da sich der Strombedarf US-amerikanischer Rechenzentren bis zum Jahr 2030 voraussichtlich verdreifachen wird, steigt auch die Bedeutung der dafür notwendigen Rohstoffe.
An der Börse notiert der VanEck Seltene Erden ETF heute bei 13,18 Euro. Trotz des aktuellen Zuwachses von 3,0 % verbleibt das Papier mit einem Abstand von 30 % noch deutlich unter seinem 52-Wochen-Hoch. Technische Analysen von Dienstag bezifferten das Nettovermögen des Fonds zuletzt auf rund 2,25 Milliarden US-Dollar.
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