VanEck Seltene Erden ETF: 10 Prozent Sturz in sieben Tagen

Chinas Seltene-Erden-Ausfuhren sanken im Neunmonatszeitraum, während der ETF binnen sieben Tagen zehn Prozent verlor.

Die Kernpunkte:
  • Septemberexporte über Vorjahreswert, unter August
  • Neunmonatsausfuhren um 9,6 Prozent gesunken
  • EU strebt Rohstoffkooperation mit Vietnam an
  • ETF verlor binnen sieben Tagen zehn Prozent

Chinas Ausfuhren Seltener Erden sind im September auf 4.269,8 Tonnen gestiegen, ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Gleichzeitig lagen die Exporte um 9,8 Prozent unter dem August-Niveau, wie Reuters berichtete.

Für den VanEck Seltene Erden ETF ergibt sich daraus kein klares Bild: Die Jahresvergleichszahl spricht für eine gelockerte Exportpolitik Pekings, der Rückgang gegenüber dem Vormonat deutet auf anhaltende Schwankungen in der Lieferkette hin.

Noch deutlicher fällt der Blick auf die ersten neun Monate aus. Von Januar bis September summierten sich die chinesischen Ausfuhren auf 43.711 Tonnen, ein Minus von 9,6 Prozent im Jahresvergleich. Der ETF, der die Wertentwicklung von Unternehmen entlang der Lieferkette Seltener Erden abbildet, bleibt damit von der Angebotspolitik des mit Abstand größten Produzenten abhängig.

Politische Annäherung ohne greifbare Details

Parallel zu den Exportzahlen bemüht sich Peking um diplomatische Entspannung mit der EU. Der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums, He Yadong, erklärte am Donnerstag, China sei bereit, die Genehmigung von Exportlizenzen für Seltene Erden in die EU weiter zu erleichtern. Im Gegenzug erwarte Peking von der EU Entgegenkommen bei chinesischen Anträgen für Lizenzen mit doppeltem Verwendungszweck, berichtete die Shanghai Metals Market.

Die Europäische Union wiederum sucht nach Alternativen zur Abhängigkeit von China. Internen EU-Dokumenten zufolge, über die Reuters berichtete, strebt Brüssel eine engere Zusammenarbeit mit Vietnam bei kritischen Rohstoffen an.

Die Dokumente empfehlen demnach Unterstützung für den vietnamesischen Bergbau- und Verarbeitungssektor, um die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu verringern. Für Anleger im VanEck-ETF bedeutet dies: Die Diversifizierungsbemühungen der EU könnten mittelfristig neue Produzenten außerhalb Chinas begünstigen, dürften aber kurzfristig kaum Wirkung entfalten.

Sektorweiter Ausverkauf ohne klaren Einzelauslöser

Unabhängig von der China-Politik gerieten Werte aus dem Bereich kritischer Metalle zuletzt unter breiten Verkaufsdruck. Aktien von USA Rare Earth, MP Materials und Critical Metals fielen am Mittwoch vergangener Woche gemeinsam, ohne dass Medienberichten zufolge unternehmensspezifische Nachrichten die Rückgänge erklärten. Dies deutet auf eine sektorweite Verkaufswelle hin, liefert jedoch keinen einzelnen Auslöser für die Bewegung des ETF in dieser Woche.

Der Kurs des VanEck Seltene Erden ETF spiegelt diesen Druck wider: Er notiert aktuell bei 9,59 Euro und damit nur knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 9,41 Euro, das er Mitte Oktober markierte. Allein in den vergangenen sieben Tagen verlor das Papier 10 Prozent an Wert.

Fazit: Angebotspolitik bleibt entscheidender Faktor

Für den weiteren Kursverlauf dürfte entscheidend sein, ob sich die chinesische Exportpolitik tatsächlich lockert oder ob die monatlichen Rückgänge gegenüber August die Lieferketten erneut verengen.

Die Ankündigung einer grundsätzlichen Einigung zwischen China und der EU zur Stabilisierung der Lieferketten Seltener Erden lieferte bislang kaum belastbare Details, wie die Nachrichtenagentur AP berichtete.

Solange konkrete Umsetzungsschritte fehlen, bleibt der Markt für Seltene Erden damit weiterhin von widersprüchlichen Signalen geprägt – zwischen diplomatischer Annäherung, schwankenden Exportzahlen und einem sektorweiten Ausverkauf ohne klaren Einzelauslöser.

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