VanEck Seltene Erden ETF: 10,04 Euro 52w-Tief
Der Fonds verliert weiter an Wert; schwächere Nachfrage und uneinheitliche Rohstoffpreise prägen das Branchenumfeld.

- Kurs sinkt vorbörslich auf 10,04 Euro
- Notierung erreicht das Jahrestief
- Seltene-Erden-Preise entwickeln sich unterschiedlich
- ETF verliert seit Jahresbeginn 20 Prozent
Der VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) rutscht am Dienstag im vorbörslichen Handel um 2,1 Prozent auf 10,04 Euro ab und markiert damit ein neues 52-Wochen-Tief. Der Fonds notiert damit exakt auf seinem bisherigen Jahrestief und 46 Prozent unter dem im Mai erreichten Hoch von 18,76 Euro.
Der jüngste Rückschlag folgt auf Berichte über eine schwächere Nachfrage bei mittelschweren und schweren Seltenen Erden in China. Shanghai Metals Market meldete am heutigen Dienstag eine gespaltene Preisentwicklung im chinesischen Markt: Während Praseodym-Neodym-Oxid um 3.500 Yuan je Tonne zulegte, fiel Terbiumoxid um 45.000 Yuan je Tonne.
Metallproduzenten kauften demnach zurückhaltend, Dysprosium und Terbium blieben schwach. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesen Preisbewegungen und dem Kursrückgang des ETF wurde in der Berichterstattung nicht hergestellt, doch die Gemengelage passt zum allgemeinen Abwärtstrend der Branche.
Breite Verkaufswelle bei Rare-Earth-Werten
Medienberichten zufolge gaben Aktien aus dem Seltene-Erden-Sektor am Montag gruppenweise nach. Als Begründung wurde unter anderem auf ausstehende, meilensteingebundene US-Regierungsförderungen für den Produzenten USA Rare Earth verwiesen – ein Zusammenhang zur breiten Marktschwäche wurde dabei jedoch nicht belegt, ebenso wenig eine direkte Verbindung zum VanEck-ETF. Die Gemengelage zeigt dennoch, wie nervös Anleger auf Nachrichten aus dem Sektor reagieren, selbst wenn der konkrete Auslöser unklar bleibt.
Auf der Angebotsseite meldeten Inner Mongolia BaoTou Steel Union und China Northern Rare Earth am Freitag vergangener Woche einen Transaktionspreis für Seltene-Erden-Konzentrat im vierten Quartal von 38.769 Yuan pro Tonne, ohne Steuer, auf Trockenbasis bei einem REO-Gehalt von 50 Prozent. Solche Referenzpreise prägen die Kostenbasis der gesamten Lieferkette und wirken sich mittelbar auf die im Fonds gebündelten Minenwerte aus.
Technisches Bild bleibt angespannt
Der Fonds hat in den vergangenen sieben Handelstagen zehn Prozent und auf Monatssicht 14 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn steht nun ein Minus von 20 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht beträgt der Rückgang 25 Prozent.
Der Relative-Stärke-Index von 23,5 signalisiert eine überverkaufte Lage, während der Kurs mit einem Abstand von 31 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 14,52 Euro deutlich unter seinem längerfristigen Trend notiert.
Vor gut drei Wochen hatte die Verlängerung des US-chinesischen Handelsstillhaltens kurzzeitig für Erleichterung gesorgt, seither ging es für den Fonds dennoch um 12,3 Prozent abwärts. Auch das Sicherheitsabkommen zu grönländischen Rohstoffen aus derselben Zeit konnte die Abwärtsbewegung nicht stoppen – seitdem verlor der ETF 16,8 Prozent.
Die Gründung einer europäischen Rohstoffgesellschaft vor rund einem Monat änderte daran ebenfalls nichs: Seither steht ein Minus von 13,3 Prozent zu Buche. Das am Freitag vergangener Woche bekanntgewordene vorläufige Handelsabkommen zwischen der EU und China, das laut EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič auch Maßnahmen zur Stabilisierung der Lieferketten für Seltene Erden enthalten soll, blieb bislang ohne spürbare Stützungswirkung für den Kurs.
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