VanEck Seltene Erden ETF: 10,5 Prozent Sturz in einer Woche

Chinas Exportbeschränkungen für Seltene Erden lassen den VanEck ETF um 10,5 Prozent fallen. KI und Rüstung treiben langfristig die Nachfrage.

Die Kernpunkte:
  • ETF verliert 10,5 Prozent in einer Woche
  • China verschärft Exportkontrollen drastisch
  • KI wird zum wichtigsten Nachfragetreiber
  • US-Projekt REalloys erhält 100 Millionen Dollar

Seltene Erden bleiben das Nadelöhr der modernen Industrie. Der VanEck Seltene Erden ETF rutschte allein in den letzten sieben Tagen um 10,5 Prozent ab. Hinter dem Ausverkauf steht die Sorge vor einer eskalierenden Handelsfehde mit China.

Chinas Griff nach den Rohstoffen

Die Internationale Energieagentur (IEA) warnt vor drastischen Folgen. Chinas verschärfte Exportkontrollen könnten einen Versorgungsschock im Volumen von 6,5 Billionen Dollar auslösen. Betroffen sind fast alle Schlüsselindustrien, von der Elektromobilität bis zur Rüstung.

Peking weitete seine Beschränkungen zuletzt sogar auf Helium aus. Damit will die Regierung die eigene Halbleiterfertigung und Medizintechnik absichern. Marktbeobachter werten dies als Versuch, die globale Lieferkette strategisch unter Druck zu setzen.

KI und Verteidigung als neue Treiber

Trotz der kurzfristigen Kursschwäche verschieben sich die Nachfrageströme fundamental. Während früher klassische Industriemotoren dominierten, treibt nun die Künstliche Intelligenz (KI) den Markt. Die KI-Infrastruktur wird in den nächsten Jahren voraussichtlich für 42 Prozent der Nachfrage nach Seltenen Erden verantwortlich sein.

Parallel dazu gewinnen Verteidigungsanwendungen massiv an Gewicht. Der Sektor reagiert bereits auf die Abhängigkeit. Erste Großprojekte zur eigenen Veredelung nehmen Form an. Ein Beispiel ist REalloys in Utah, das sich eine Finanzierung über 100 Millionen Dollar gesichert hat. Das Vorhaben zur Trennung schwerer Seltener Erden genießt die Unterstützung der US-Armee.

Technische Verfassung und Ausblick

Der ETF schloss die Handelswoche am Freitag bei 12,22 Euro ab. Ein relativer Stärkeindex (RSI) von 24,4 deutet technisch auf einen überverkauften Zustand hin. Investoren pumpten zuletzt dennoch über 34 Millionen Dollar an frischem Kapital in den Fonds.

Die langfristige Performance bleibt mit einem hohen zweistelligen Plus auf Jahressicht beachtlich. Das Tauziehen um die Versorgungssicherheit wird den Sektor wohl noch Jahre begleiten. Die nächsten Weichenstellungen erfolgen in den kommenden Monaten bei der Umsetzung nationaler Rohstoffstrategien in den USA und Europa.

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