VanEck Seltene Erden ETF: 19 Prozent Minus in 30 Tagen

Schwache Pr-Nd-Notierungen und uneinheitliche Metallpreise belasten den ETF; die Folgen der Exportpolitik bleiben offen.

Die Kernpunkte:
  • Pr-Nd-Oxid kostet 714.000 bis 716.000 Yuan
  • ETF verliert binnen 30 Tagen 19 Prozent
  • Dysprosiumoxid steigt, Terbium gibt nach
  • Folgen der Exportkontrollen bleiben ungewiss

Der chinesische Markt für Praseodym-Neodym-Oxid, Schlüsselrohstoff für Permanentmagnete, setzt seine Talfahrt fort. Ende Oktober fiel der Preis auf 714.000 bis 716.000 Yuan je Tonne, nachdem auch die Terminkurse weiter nachgaben. Branchendienst SMM führte den Rückgang auf schwächere Kostenunterstützung und schleppende Transaktionsfolge zurück – Metallproduzenten kauften demnach nur noch nach Bedarf, nicht auf Vorrat.

Für den VanEck Rare Earth and Strategic Metals UCITS ETF ist das ein unmittelbarer Belastungsfaktor, da die im Fonds enthaltenen Unternehmen stark an der Preisentwicklung seltener Erden hängen.

Der ETF gab im späten Oktober deutlich nach; Medienberichten zufolge lässt sich aus der verfügbaren Kurshistorie zwar die Bewegung ablesen, ein konkreter Einzelauslöser aber nicht eindeutig benennen. Die parallele Schwäche am Pr-Nd-Markt gilt als relevanter Hintergrund, nicht als bestätigte alleinige Ursache.

Kein einheitliches Bild im Segment

Das Preisbild ist dabei keineswegs durchweg negativ. Der Preisindex der China Rare Earth Industry Association lag am 28. Oktober bei 258,3 Punkten. Innerhalb des Index zeigte sich eine gespaltene Entwicklung: Dysprosiumoxid legte zu, während Terbium und neodymreiches Mischoxid nachgaben.

Von einer breiten Erholung kann also nicht die Rede sein – stattdessen verschieben sich die Gewichte innerhalb der Seltenerd-Kette, mit Dysprosium als vergleichsweise stabilem Element gegenüber den schwächeren Leichtseltenen.

Diese Divergenz erschwert die Einordnung für Anleger im ETF, da der Fonds ein breites Spektrum an Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette abbildet. Schwäche bei Praseodym-Neodym trifft vor allem Magnetproduzenten und Minenbetreiber mit entsprechendem Portfolioschwerpunkt, während Firmen mit stärkerer Dysprosium-Exposition tendenziell robuster dastehen dürften.

Regulatorischer Hintergrund bleibt im Blick

Zusätzliche Unsicherheit bringt der bevorstehende Ablauf der Aussetzung bestimmter chinesischer Exportkontrollmaßnahmen aus dem Jahr 2025, die das chinesische Handelsministerium gemeinsam mit der Generalzollverwaltung für den 10. November terminiert hat. Was danach folgt, ist offen – und dürfte die Preisbildung bei seltenen Erden in den kommenden Wochen mitbestimmen.

Am Markt zeigt sich die angespannte Lage auch in der Kursreaktion: Nach dem jüngsten Rückgang notierte der ETF am Montag bei 9,01 Euro, ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vortag – ein kleiner Erholungsversuch nach wochenlangem Abwärtsdruck.

Auf Sicht von 30 Tagen steht dennoch ein Minus von 19 Prozent zu Buche, ein Ausmaß, das die Schwere der aktuellen Marktphase für das Segment unterstreicht. Für Anleger bleibt die Gemengelage aus schwachem Pr-Nd-Preis, divergierenden Einzelmetallen und offener Exportpolitik der entscheidende Risikofaktor – unabhängig von kurzfristigen Gegenbewegungen im Kurs.

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