VanEck Seltene Erden ETF: 22. Juli Preisindex 271,4

Chinesische Exportkontrollen treiben westliche Preise, während der Heimatmarkt stagniert. Der ETF verliert über ein Drittel seines Wertes.

Die Kernpunkte:
  • ETF verliert seit Mai über 30 Prozent
  • Westliche Preise steigen, China stagniert
  • Portfolio vereint chinesische und westliche Firmen
  • Neodym-Preis steigt um 66 Prozent zum Vorjahr

Der VanEck Seltene Erden ETF notiert bei 12,27 Euro und verliert damit weitere 1,00 Prozent. Seit dem 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro Anfang Mai hat der Fonds über ein Drittel seines Wertes verloren. Der Grund liegt nicht in einer einzelnen schlechten Nachricht, sondern in einer Marktspaltung, die das gesamte Portfolio betrifft.

Weltweit klaffen die Preise für Seltene Erden auseinander. Außerhalb Chinas steigen sie kräftig, während der chinesische Heimatmarkt stagniert. Für einen Fonds, der genau in diesem Spannungsfeld investiert ist, wird diese Kluft zum bestimmenden Faktor.

Westliche Preise steigen, China bleibt ruhig

Berichte vom 22. Juli zeigen: Die Preise für Seltene-Erden-Elemente, die in Elektrofahrzeugen und Industriegütern stecken, klettern außerhalb Chinas immer weiter. Auslöser sind chinesische Handelsbeschränkungen. Innerhalb Chinas selbst zeigen diese Beschränkungen kaum Wirkung.

Der offizielle chinesische Preisindex fiel am 22. Juli leicht von 272,5 auf 271,4 Punkte. Hinter dieser Gesamtzahl verbergen sich gegenläufige Bewegungen. Schwermetalle wie Erbium, Holmium-Metall, Ytterbium und Gadolinium-Metall legten zu. Dysprosiumoxid, Yttrium-Produkte und Holmiumoxid gaben dagegen nach.

Analysten warnen davor, die chinesischen Binnenpreise überzubewerten. Sie spiegeln staatliche Quoten, Exportkontrollen und Industriepolitik wider — keine transparenten Marktkräfte. Direkte Vergleiche mit westlichen Preisen führen deshalb leicht in die Irre. Erschwerend kommt hinzu: Die Preisbildung außerhalb Chinas beruht größtenteils auf vertraulichen bilateralen Verträgen. Veröffentlichte Einschätzungen bleiben daher Momentaufnahmen, keine belastbaren Handelsbenchmarks.

Neodym zeigt die Dynamik besonders deutlich. Der Preis lag am 22. Juli unverändert bei 1.005.000 Yuan pro Tonne — ein Plus von 65,98 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Portfolio zwischen zwei Preiswelten

Der VanEck-Fonds bildet den MVIS Global Rare Earth/Strategic Metals Index nach. Zu den größten Positionen zählen Lianyou Metals, Albemarle, Lynas, PLS Group, China Northern Rare Earth, MP Materials, Xiamen Tungsten, Jinduicheng Molybdenum und Sociedad Química y Minera.

Diese Mischung bringt gleichzeitig Chinesische Staatsproduzenten und westliche Reinspieler ins Depot. Erstere unterliegen Pekings Quotensystem. Lynas und MP Materials dagegen profitieren überproportional, wenn sich die Preisaufschläge außerhalb Chinas ausweiten.

Der regulatorische Druck nimmt eher zu als ab. Seit dem 1. Juli 2026 gilt in China ein Mechanismus, der Organisationen und Einzelpersonen dazu ermutigt, vermutete Verstöße gegen Exportkontrollen zu melden. Der Meldebereich ist breit gefasst. Bereits Ende Juni hatte Peking seine Entity-Liste erweitert: Am 22. Juni nahm China zehn US-Unternehmen auf diese Liste auf, darunter die Seltene-Erden- und Magnetentwickler MP Materials und USA Rare Earth. Exporte von Dual-Use-Gütern an diese Firmen sind seither untersagt.

Fondsprofil

Der ETF selbst ist mit dem Anlegerinteresse am Thema gewachsen. Laut VanEcks eigener Fondsseite verwaltet er zum 17. Juli 2026 ein Volumen von rund 1,2 Milliarden Dollar bei einer Gesamtkostenquote von 0,59 Prozent. Aufgelegt wurde der physisch replizierende UCITS-ETF im September 2021.

Einschätzung aus der Branche

Marktteilnehmer erklärten gegenüber S&P Global, Chinas Exportkontrollen hätten die Preise für knappe Seltene-Erden-Bestände im vergangenen Jahr nach oben getrieben. Für 2026 erwarten sie, dass die globalen Preisaufschläge außerhalb Chinas weiter zunehmen. Ein Branchenberater ergänzte: Am deutlichsten zeigten sich diese Aufschläge bei Magnetmaterialien wie Neodym-Praseodym und bestimmten Schwermetallen, wo Leistungsfähigkeit, Qualifizierung und Lieferkontinuität zählen. Käufer erwerben hier nicht einfach eine Chemikalie — sie kaufen sich gesicherte Versorgung über lange Zeiträume.

Der Kurs liegt inzwischen 18,84 Prozent unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 15,12 Euro und 14,92 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 14,43 Euro. Ob sich die Kluft zwischen chinesischen und westlichen Preisen in den kommenden Wochen weiter vertieft oder sich die Lage auf dem chinesischen Binnenmarkt entspannt, dürfte darüber entscheiden, ob die im Portfolio versammelten westlichen Produzenten ihre Preisvorteile behaupten können.

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