VanEck Seltene Erden ETF: 23 Prozent Jahresverlust, 52w-Tief nah

Der Fonds verlor seit Jahresbeginn 23 Prozent; widersprüchliche Handelsdaten und offene Fragen zu Exportkontrollen belasten die Branche.

Die Kernpunkte:
  • ETF nur zwei Prozent über Jahrestief
  • Septemberexporte über Vorjahresniveau, unter Augustwert
  • Neunmonatsausfuhren aus China rückläufig
  • RSI signalisiert überverkaufte Marktlage

Der VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) findet trotz widersprüchlicher Branchensignale keinen Boden. Am Freitag schloss der Fonds bei 9,61 Euro, ein Minus von 1,1 Prozent an diesem Tag – nur rund zwei Prozent vom 52-Wochen-Tief entfernt.

Chinas Exportzahlen senden gemischtes Signal

Chinas Ausfuhren Seltener Erden lagen im September bei 4.269,8 Tonnen und damit 6,7 Prozent über dem Vorjahreswert, wie Reuters berichtete. Zugleich sanken die Exporte gegenüber August um 9,8 Prozent. In der kumulierten Betrachtung für die ersten neun Monate des Jahres 2026 summierten sich die Ausfuhren auf 43.711 Tonnen – ein Rückgang von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Daten zeigen damit kein eindeutiges Bild: Eine Erholung im Monatsvergleich steht einem schwächeren Neunmonats-Trend gegenüber, was Anlegern wenig Orientierung über die tatsächliche Angebotsentwicklung gibt.

Sektor bleibt unter Druck

Die Unsicherheit über die globale Lieferkette spiegelt sich in der Breite der Branchenschwäche wider. Vor wenigen Tagen fielen Aktien aus dem Sektor der Seltenen Erden spürbar, nachdem Zweifel an meilensteinabhängigen staatlichen Fördergeldern für USA Rare Earth aufkamen.

Auch MP Materials gab in diesem Umfeld nach. Beide Werte zählen zu den größeren Positionen in themenbezogenen Rare-Earth-Fonds, weshalb die Kursschwäche einzelner Portfoliowerte unmittelbar auf die Gesamtentwicklung solcher ETFs durchschlägt.

Parallel dazu bleibt die Frage offen, wie belastbar die jüngsten politischen Annäherungen zwischen den USA und China tatsächlich sind. Das chinesische Handelsministerium erklärte Medienberichten zufolge, die Handelsvereinbarungen zwischen beiden Ländern seien bis zum 10. Januar 2027 verlängert worden.

Unklar blieb dabei jedoch, ob damit auch ein neues Aussetzungsdatum für die Exportkontrollen bei Seltenen Erden explizit bestätigt wurde. Diese Unschärfe lässt Anleger im Ungewissen darüber, ob die im Oktober verkündete Entspannung bei Exportlizenzen tatsächlich Bestand hat oder jederzeit revidiert werden kann.

Technisches Bild bleibt angespannt

Die Gemengelage aus uneindeutigen Exportdaten, unternehmensspezifischen Belastungsfaktoren bei Schwergewichten des Sektors und vagen politischen Zusagen erklärt, warum der Fonds seit Jahresbeginn 23 Prozent verloren hat.

Die Kursentwicklung zeigt: Solange weder aus Peking noch aus Washington eine verbindliche, datierte Regelung zu den Exportkontrollen vorliegt, dürfte die Volatilität im Sektor hoch bleiben.

Der RSI von 19,9 signalisiert zwar eine überverkaufte Lage, doch angesichts der fortbestehenden Unsicherheit über die Exportpolitik reicht dieser technische Indikator allein nicht aus, um eine nachhaltige Trendwende zu begründen.

Für Anleger bleibt die Lage damit widersprüchlich: Einzelne Lichtblicke bei Fördermengen und Exportlizenzen stehen einer strukturell schwachen Neunmonatsbilanz und anhaltender Nervosität bei zentralen Portfoliowerten gegenüber. Bis greifbare, verbindliche Regelungen zu den Exportkontrollen vorliegen, dürfte der Fonds in seinem volatilen Abwärtstrend verharren.

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