VanEck Seltene Erden ETF: 26,56% unter Mai-Hoch, RSI überverkauft

Der VanEck Seltene Erden ETF fällt auf ein überverkauftes Niveau, während US-Milliardenprojekte die Branche stützen.

Die Kernpunkte:
  • ETF verliert über 26% vom Hoch
  • US-Regierung fördert Seltene Erden massiv
  • China dominiert globale Lieferkette
  • MP Materials trotzt Exportkontrollen

Der VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) ist am Freitag mit 13,78 Euro aus dem Handel gegangen, ein Tagesplus von 0,57 Prozent. Der Blick auf die vergangenen Wochen zeigt jedoch eine deutliche Korrektur: Binnen sieben Tagen verlor das Papier 6,86 Prozent, auf Monatssicht liegt das Minus bei 5,10 Prozent. Seit Jahresbeginn steht dennoch ein Plus von 7,39 Prozent zu Buche, und wer vor zwölf Monaten eingestiegen ist, sitzt auf einem Kursgewinn von fast 84 Prozent.

Charttechnisch überverkauft

Vom 52-Wochen-Hoch bei 18,76 Euro, erreicht am 11. Mai 2026, hat sich der ETF um 26,56 Prozent entfernt. Zum 52-Wochen-Tief von 7,49 Euro aus dem Juli 2025 beträgt der Abstand hingegen weiterhin knapp 84 Prozent. Der Kurs notiert damit deutlich unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 16,04 Euro und auch unter dem 100-Tage-Schnitt von 15,92 Euro, während der 200-Tage-Durchschnitt bei 14,42 Euro nur noch knapp über dem aktuellen Niveau liegt. Der RSI von 31,4 signalisiert eine überverkaufte Situation, die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 42,87 Prozent unterstreicht die Nervosität in diesem Marktsegment.

Politische Milliarden treiben den Sektor

Der Kursrücksetzer fällt in eine Phase, in der die geopolitische Bedeutung Seltener Erden weiter zunimmt. Die US-Regierung hat im Juni 2026 Energy Fuels eine bedingte Finanzierungszusage über 725 Millionen US-Dollar in Aussicht gestellt, Phoenix Tailings erhielt eine bedingte Zusage von 500 Millionen US-Dollar. Dennoch bleibt die heimische Magnetfertigung schwach: Die USA produzieren nach Berichten des Herald Business weniger als 1.000 Tonnen Magnete pro Jahr, während Japan auf 10.000 bis 15.000 Tonnen und Südkorea auf 2.000 bis 3.000 Tonnen kommt. Ein Großteil der geförderten US-Produktion fließt deshalb weiterhin nach Asien, MP Materials beliefert unter anderem japanische Kunden über Sumitomo, hat den Verkauf nach China aber gestoppt und plant eine eigene Magnetproduktion für GM und Apple.

Parallel dazu hat die US-Regierung Anfang Februar 2026 mit „Project Vault“ eine öffentlich-private Reserve für kritische Mineralien im Volumen von zwölf Milliarden US-Dollar angekündigt, finanziert über ein Darlehen der Exportbank EXIM von zehn Milliarden Dollar sowie rund zwei Milliarden Dollar privates Kapital. Das Vorhaben läuft über die Gesellschaft VaultCo LLC und soll nach einem nachfragegetriebenen Modell mit Abnahmeverträgen von Herstellern funktionieren. Anfang Juli wurde Brett Lambert als Executive Chairman des Projekts benannt.

MP Materials selbst geriet im Juni 2026 unter Druck: Die Aktie fiel im Monatsverlauf um 13,4 Prozent, nachdem China das Unternehmen auf eine Exportkontrollliste gesetzt hatte. Das US-Verteidigungsministerium unterstützt den Konzern jedoch mit einer Investition von 400 Millionen Dollar, einem Darlehen über 150 Millionen Dollar und einer arrangierten Finanzierung von einer Milliarde Dollar samt zehnjähriger Preisuntergrenze. Zusätzlich sicherte sich Apple über einen Liefervertrag im Volumen von 500 Millionen Dollar Zugang zu Material des Unternehmens.

Wachstum bei Förderprojekten, Risiko bei der Lieferkette

Im breiteren Feld der Branche zeigt sich ein gemischtes Bild. Lynas Rare Earths kommt auf einen Umsatz von 715,9 Millionen australischen Dollar bei einer Marge von 11,5 Prozent und einem Gewinnwachstum von 62 Prozent, gestützt unter anderem durch einen Liefervertrag mit JS Link bis 2038. Kleinere Werte wie Critical Metals mit dem Tanbreez-Projekt in Grönland oder USA Rare Earth mit dem Round-Top-Projekt in Texas sind dagegen weiterhin verlustträchtig, USA Rare Earth sieht sich zudem mit einer Klage von MP Materials konfrontiert.

Überschattet wird die Branche von der fortgesetzten Dominanz Chinas: Laut einer bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Petition kontrolliert das Land rund 70 Prozent der globalen Förderung Seltener Erden und verarbeitet mehr als 90 Prozent der Weltproduktion. Die Petition fordert von der SEC verpflichtende Offenlegungen zu geografischen Konzentrationsrisiken in Lieferketten. Erst am 10. Juli 2026 hatte Peking zudem ein Exportverbot für Helium verhängt, ein weiterer Baustein in der Ausweitung strategischer Exportkontrollen nach Seltenen Erden, Gallium, Germanium und Graphit. Für Anleger im VanEck Seltene Erden ETF bleibt damit eine Gemengelage aus staatlicher Förderung in den USA, Lieferengpässen und anhaltender chinesischer Marktmacht bestimmend für die weitere Kursentwicklung.

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