VanEck Seltene Erden ETF: 50% unter Mai-Hoch von 18,76 Euro

Magnetexporte aus China stiegen im September, während die Gesamtausfuhren im Monatsvergleich sanken und der ETF nahe seinem 52-Wochen-Tief notiert.

Die Kernpunkte:
  • Magnetexporte erreichten 2026 ihren Monatshöchstwert
  • Gesamtausfuhren sanken gegenüber August um 9,8 Prozent
  • Januar bis September lagen Exporte 9,6 Prozent niedriger
  • ETF-Kurs notierte nahe dem 52-Wochen-Tief

Für Anleger im VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) sorgt die aktuelle Datenlage aus China für ein uneinheitliches Bild. Die Ausfuhren von Seltenerd-Permanentmagneten erreichten im September mit 6.165,12 Tonnen den höchsten Monatswert des Jahres 2026 – ein Plus von 23 Prozent gegenüber August und 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

Branchenbeobachter führen den Anstieg auf Fortschritte im Handelsdialog zwischen China und den USA sowie in den Verhandlungen zwischen China und der EU zurück.

Die Zahlen zu den Magnet-Exporten liefern damit einen Gegenpol zu Erwartungen einer anhaltenden Angebotsverknappung, die den Sektor zuletzt getrieben hatten. Gleichzeitig zeigen die Gesamtexportzahlen für Seltene Erden ein anderes Bild: Die Ausfuhren im September summierten sich auf 4.269,8 Tonnen, 9,8 Prozent weniger als im August, wenn auch 6,7 Prozent über dem Vorjahreswert.

Für den Zeitraum Januar bis September 2026 insgesamt lagen die Exporte mit 43.711 Tonnen um 9,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie Reuters berichtete. Die überseeischen Lieferungen bleiben damit trotz der September-Erholung im Jahresvergleich schwächer.

Zwischen Angebotsknappheit und Entspannungssignalen

Die widersprüchlichen Signale spiegeln die Spannbreite der aktuellen Marktlage wider. Während die jüngsten Exportdaten auf eine gewisse Normalisierung hindeuten, berichtete CRU bereits Anfang Oktober, dass Chinas Kontrollen bei Dysprosium, Terbium und Yttrium die Ausfuhren dieser schweren Seltenen Erden massiv eingeschränkt hätten – mit der Folge erhöhter Preise für Material außerhalb Chinas.

Diese Beschränkungen laufen den jüngsten Entspannungssignalen entgegen und zeigen, dass die Lage in einzelnen Rohstoffsegmenten weiterhin angespannt bleibt.

Hinzu kommt die politische Dimension: Die EU und China hatten sich bereits Anfang Oktober auf eine erste Verständigung geeinigt, die laut EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič auch Maßnahmen zur Stabilisierung der Lieferketten für Seltene Erden umfassen soll.

Details blieben jedoch bislang offen. Parallel dazu verstärken die USA ihre Bemühungen, eine eigene Lieferkette für Seltene Erden aufzubauen, da die ungelösten Fragen rund um kritische Mineralien weiterhin auf den Handelsgesprächen lasten, wie Voice of America berichtete.

Fondsbewegung bleibt ohne klares Signal

Für den thesaurierenden VanEck-ETF selbst liegen keine fondsspezifischen Meldungen zu Mittelzu- oder -abflüssen der vergangenen zwei Wochen vor. Zahlen zum in den USA notierten REMX-Produkt lassen sich nicht auf diese UCITS-Anteilsklasse übertragen, da es sich um ein eigenständiges Vehikel handelt.

Am Markt zeigt sich die Unsicherheit über die widersprüchlichen Exportsignale deutlich: Der Fonds notiert aktuell bei 9,35 Euro und damit nur 0,5 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 9,30 Euro, das erst am Vortag markiert wurde.

Zugleich liegt der Kurs rund 50 Prozent unter dem im Mai erreichten 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro – ein Abstand, der die massive Korrektur der vergangenen Monate unterstreicht.

Anleger dürften die kommenden chinesischen Exportberichte genau beobachten, um zu beurteilen, ob sich die September-Erholung bei den Magnet-Ausfuhren fortsetzt oder ob die restriktiveren Kontrollen bei schweren Seltenen Erden wieder die Oberhand gewinnen.

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