VanEck Seltene Erden ETF: 52-Wochen-Tief 8,91 Euro am 23. Oktober

Der Fonds verlor seit Jahresbeginn 25 Prozent, hielt Ende Oktober aber ein Nettovermögen von 927,07 Millionen US-Dollar.

Die Kernpunkte:
  • 86,9 Millionen ETF-Anteile ausgegeben
  • Chinas Magnetexporte stiegen im September
  • Praseodym-Neodym-Preise gaben im Oktober nach
  • Sektor-Rally ohne erkennbaren Einzelgrund

Der VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) wies zum 28. Oktober ein Nettovermögen von 927,07 Millionen US-Dollar bei 86,9 Millionen ausgegebenen Anteilen aus. Die Zahlen stammen aus der jüngsten Pflichtmitteilung der VanEck UCITS ETFs Plc und zeigen: Trotz des massiven Kursrückgangs der vergangenen Monate bleibt der Fonds ein bedeutendes Vehikel für Anleger, die auf den Sektor der Seltenen Erden und strategischen Metalle setzen.

Der thesaurierende ETF schüttet nichts aus, Erträge werden im Fondsvermögen reinvestiert. Umso aufschlussreicher ist der Blick auf die Substanz: Trotz eines Kursverlusts von 25 Prozent seit Jahresbeginn fließt weiterhin nennenswertes Kapital, und die ausgegebene Stückzahl spricht nicht für eine Fluchtbewegung aus dem Produkt.

Gemischte Signale aus dem Rohstoffmarkt

Die Datenlage im Rohstoffsegment selbst bleibt uneinheitlich. Chinas Exporte von Seltenerd-Magneten erreichten im September 6.165 Tonnen, ein Plus von 23 Prozent gegenüber August und von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, wie Radial Magnets unter Berufung auf chinesische Zolldaten berichtete.

Auch Reuters bestätigte den Anstieg der chinesischen Seltenerd-Exporte im September um 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr und sprach von einer Erholung der Auslandsnachfrage nach einer Sommerflaute – wenngleich die Jahresgesamtmenge weiterhin unter Vorjahresniveau liegt.

Gegenläufig entwickelten sich die Preise auf dem chinesischen Binnenmarkt: Praseodym-Neodym-Oxid fiel laut Marktdaten von Shanghai Metals Market, zitiert von Radial Magnets, von 743.000 bis 745.000 Yuan pro Tonne am 15. Oktober auf 732.000 bis 734.000 Yuan je Tonne – zurückgeführt auf schwächere Terminkurse und dünnes Kaufinteresse. Terbiumoxid gab ebenfalls nach, während Dysprosium weitgehend stabil blieb.

Nachfrageseite unter Beobachtung

Parallel verdichten sich Hinweise auf strukturelle Nachfrageverschiebungen. TSMC erkundigte sich bei Ausrüstungslieferanten nach Alternativen zu Fabrikautomatisierungsmotoren ohne seltenerdhaltige Materialien, wie Reuters berichtete – ein Substitutionsversuch angesichts der Abhängigkeit von chinesischen Exportkontrollen, nicht eine neue Lieferbeschränkung selbst.

Auf der Angebotsseite meldete Japans Industrieministerium laut Financial Times, dass die weltweiten Yttrium-Exporte ins Stocken geraten seien; Tokio bat demnach die USA, Druck auf China auszuüben, um die Exportkontrollen zu lockern. Damit bleibt die Versorgungslage bei bestimmten Seltenen Erden angespannt, auch wenn die Gesamtexportmengen chinesischer Magnete zuletzt zunahmen.

Sektorbewegung ohne klaren Auslöser

Aktien aus dem Umfeld Seltener Erden und kritischer Mineralien legten zuletzt kräftig zu, angeführt von Titeln wie USA Rare Earth, Critical Metals und TMC.

Medienberichten zufolge handelte es sich um eine sektorweite Rally, für die kein einzelner Auslöser identifiziert werden konnte. Das deckt sich mit der technischen Lage des ETFs: Der RSI von 30,4 signalisiert eine überverkaufte Situation, nachdem der Kurs binnen 30 Tagen 16 Prozent verloren hat.

Zum aktuellen Stand notiert der Fonds bei 9,37 Euro, nur 5,2 Prozent über seinem 52-Wochen-Tief von 8,91 Euro vom 23. Oktober und rund die Hälfte unter seinem Mai-Hoch.

Die widersprüchlichen Signale aus Exportvolumen, Binnenpreisen und Substitutionsbemühungen der Industrie lassen eine rasche Trendwende vorerst nicht erkennen – das hohe Fondsvermögen deutet jedoch darauf hin, dass institutionelle Anleger den Sektor trotz der Verwerfungen nicht aufgeben.

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