VanEck Seltene Erden ETF: 70 Prozent Abnahmevertrag für Kasachstan

US-Hilfen, neue Lieferverträge und steigende Oxidpreise beleben den Markt für Seltene Erden trotz anhaltender Kursschwäche.

Die Kernpunkte:
  • USA unterstützt brasilianisches Minenprojekt
  • Jefferies startet USA-Rare-Earth-Analyse
  • Lindian sichert kasachische Abnahme
  • Einzelne Oxidpreise ziehen wieder an

Die strategische Neuausrichtung der globalen Versorgungsketten für kritische Metalle gewinnt an Dynamik. Durch massive staatliche Unterstützung der US-Regierung für Förderprojekte in Südamerika und Anzeichen einer Preisstabilisierung bei wichtigen Rohstoffoxiden rückt der Sektor der Seltenen Erden am heutigen Donnerstag verstärkt in den Fokus.

Während strategische Abkommen in Kasachstan und den USA die Diversifizierung vorantreiben, reagieren erste Analysten mit positiven Einschätzungen auf die veränderte Branchenlage.

US-Regierung forciert Unabhängigkeit mit Milliarden-Deal

Ein zentraler Impuls geht von der Unterstützung der Serra-Verde-Mine in Brasilien aus. Berichten zufolge unterstützt die US-Regierung die Übernahme des Projekts durch das Unternehmen USA Rare Earth mit einem Volumen von insgesamt 2,8 Milliarden USD. Dabei entfallen rund 1,55 Milliarden USD auf Mittel des Verteidigungsministeriums, während die US-Entwicklungsbank DFC einen Kredit über 565 Millionen USD beisteuert. Das Ziel ist eine Produktion von jährlich 6.400 Tonnen bis zum Jahr 2027.

Parallel dazu haben die Analysten von Jefferies die Beobachtung von USA Rare Earth mit einer Kaufempfehlung und einem Kursziel von 21 USD aufgenommen. Die Experten begründen dies mit der vertikalen Integrationsstrategie des Unternehmens, die neben der Mine in Brasilien auch den Ausbau der Magnetkapazitäten im Werk Stillwater umfasst. Dort soll die Produktion von Sintermagneten bis Anfang 2027 auf etwa 1.200 Tonnen gesteigert werden.

Internationale Abkommen sichern langfristige Lieferungen

Auch außerhalb des amerikanischen Kontinents schreitet die Erschließung neuer Quellen voran. Lindian Resources gab heute den Abschluss eines bindenden Abnahmevertrags mit dem französischen Unternehmen Carester bekannt.

Das Abkommen erstreckt sich über eine Laufzeit von zunächst zehn Jahren und umfasst 70 % der geplanten Produktion einer neuen Trennanlage in Stepnogorsk, Kasachstan. Bis zum Ende des Jahres wird der Abschluss der Machbarkeitsstudie für die Anlage erwartet, die auf eine Kapazität von 8.000 Tonnen Oxiden pro Jahr ausgelegt ist.

Gleichzeitig investieren Branchenakteure in technologische Aufrüstung. Evolution Metals hat 13 Maschinen für die Magnetproduktion bestellt, um eine Jahreskapazität von 10.000 Tonnen bis November zu erreichen. Zudem meldete das Unternehmen den Erhalt einer ersten Lieferung von 5 Tonnen Neodym-Praseodym-Metall (NdPr) aus Vietnam, was die Abkehr von rein chinesischen Lieferquellen unterstreicht.

Marktlage und Preistendenzen

Nachdem der Preisindex für Seltene Erden vor gut drei Wochen sank und seither 4,5 % einbüßte, mehren sich nun Anzeichen für eine Trendwende. Daten des Branchendienstes SMM zeigen am heutigen Donnerstag eine Erholung bei wichtigen Rohstoffen: Der Preis für Pr-Nd-Oxid stieg um 1.000 Yuan pro Tonne, während Holmiumoxid um 15.000 Yuan zulegen konnte. Im Gegensatz dazu verzeichnete Terbiumoxid einen Rückgang.

An der Börse notiert der VanEck Seltene Erden ETF aktuell bei 12,86 €. Das Papier bewegt sich damit etwa 12 % unter seinem 200-Tage-Durchschnitt von 14,60 €. Zum 52-Wochen-Hoch, das im Mai bei 18,76 € markiert wurde, besteht derzeit ein Abstand von 31 %.

Trotz der kurzfristigen Volatilität unterstreichen die hohen Investitionssummen und die staatliche Flankierung die langfristige Bedeutung des Sektors für die globale Industrie. Zudem liefern Unternehmen wie Lianyou Metals starke operative Signale: Im ersten Halbjahr übertraf der Umsatz mit 2,929 Milliarden NT$ bereits den Gesamtwert des Vorjahres um mehr als das Doppelte.

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