VanEck Seltene Erden ETF: China Rare Earth steigert Gewinn um 462 Prozent

China Rare Earth meldet höhere Quartalsumsätze und Gewinne, während der VanEck-ETF seit Jahresbeginn rund 26 Prozent verloren hat.

Die Kernpunkte:
  • China Rare Earths Gewinn steigt um 461,73 Prozent
  • Quartalsumsatz wächst um über 63 Prozent
  • VanEck-ETF seit Jahresbeginn rund 26 Prozent im Minus
  • RSI signalisiert überverkaufte Marktlage

Die fundamentalen Vorzeichen im Sektor der Seltenen Erden hellen sich am heutigen Dienstag deutlich auf, während der VanEck Seltene Erden ETF an der Börse weiterhin um Stabilität ringt.

Trotz einer leichten Erholung auf 9,29 Euro notiert der ETF seit Jahresbeginn noch mit rund 26 Prozent im Minus. Ein kräftiger Ergebnissprung beim Branchenschwergewicht China Rare Earth sorgt jedoch für Optimismus unter den Anlegern und könnte den Boden für eine Trendwende bereiten.

Rekordgewinne bei führenden Förderunternehmen

Der chinesische Sektorgigant China Rare Earth Resources And Technology hat am heutigen Dienstag beeindruckende Geschäftszahlen für das dritte Quartal vorgelegt. Wie das Unternehmen berichtete, stieg der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 461,73 Prozent auf rund 171 Millionen Yuan.

Der Umsatz kletterte im gleichen Zeitraum um über 63 Prozent auf 1,011 Milliarden Yuan. Das Management führt diese Entwicklung auf Preissteigerungen bei bestimmten Produkten sowie eine optimierte Verkaufsstrategie zurück.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 erwirtschaftete das Unternehmen damit bereits einen Gesamtumsatz von 2,657 Milliarden Yuan. Laut Medienberichten profitiert die Branche derzeit von einer Erholung der Nachfrage in zukunftsgerichteten Industrien.

Analysten von Soochow Securities wiesen darauf hin, dass insbesondere die Preise für Dysprosium und Terbium kurzfristig stabil bleiben könnten, sofern die Aufträge aus dem Endkundengeschäft wie erwartet eintreffen.

Steigende Nachfrage durch die Energiewende

Langfristige Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) stützen das Szenario einer massiven Nachfrageausweitung für kritische Mineralien. Den Experten zufolge wird sich der Bedarf bis zum Jahr 2040 nahezu verdoppeln.

Besonders drastisch zeigt sich die Entwicklung bei Lithium, dessen Nachfrage sich bis 2040 mehr als verdreifachen dürfte. Im Bereich Kupfer wird für das Jahr 2035 eine Versorgungslücke von rund 25 Prozent gegenüber dem Primärbedarf prognostiziert, falls keine signifikanten neuen Förderkapazitäten erschlossen werden.

Auch andere Player im Bereich der kritischen Metalle zeigen operative Fortschritte. Der Produzent Elevra Lithium vermeldete für das Septemberquartal einen Anstieg des Erzabbaus um 25 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Gleichzeitig gelang es dem Unternehmen, die Stückbetriebskosten um 14 Prozent zu senken. Solche Effizienzsteigerungen bei den Minenbetreibern gelten als wichtiger Faktor für die künftige Wertentwicklung des gesamten Sektors.

Geopolitische Spannungen und technische Indikatoren

Überschattet wird die fundamentale Erholung jedoch weiterhin von Handelskonflikten zwischen den USA und China. Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Swissmem unter Schweizer Hightech-Unternehmen leidet bereits ein Drittel der Firmen unter chinesischen Exportkontrollen, was zu erheblichen Lieferverzögerungen führt.

Da China weiterhin rund 60 Prozent der weltweiten Minenproduktion und etwa 90 Prozent der Raffineriekapazitäten kontrolliert, bleibt die Abhängigkeit des Westens hoch.

Aus technischer Sicht liefert der VanEck Seltene Erden ETF derzeit ein kontrastreiches Bild. Während die Geschäftszahlen der großen Förderer positiv überraschen, signalisiert der Relative-Stärke-Index (RSI) mit einem Wert von 26,0 eine massiv überverkaufte Marktlage.

Anleger beobachten nun genau, ob die fundamentalen Erfolgsmeldungen aus China ausreichen, um den Kurs nachhaltig von seinem jüngsten Tiefstand zu lösen. Die strukturelle Bedeutung des Sektors für die globale Elektrifizierung bleibt indes ungebrochen, da Anwendungen im Energiebereich im vergangenen Jahr bereits für drei Viertel des Nachfragefestwachstums verantwortlich waren.

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