VanEck Seltene Erden ETF: DFARS-Beschränkungen ab 1. Januar 2027

Europa treibt die Versorgung mit kritischen Metallen voran, während chinesische Preise nachgeben und der VanEck-ETF deutlich unter seinem Jahreshoch liegt.

Die Kernpunkte:
  • EU plant gemeinsame Rohstoffbeschaffung
  • Chinesische Oxidpreise geben weiter nach
  • USA Rare Earth startet Technologiepartnerschaft
  • VanEck-ETF 37 Prozent unter Jahreshoch

Der Markt für Seltene Erden steht am heutigen Donnerstag in einem Spannungsfeld zwischen weitreichenden politischen Weichenstellungen in Europa und einer anhaltenden Preisschwäche auf dem chinesischen Rohstoffmarkt.

Während die Europäische Kommission eine neue Strategie zur Sicherung kritischer Metalle vorstellt, zeigen Daten aus China einen Rückgang bei wichtigen Metalloxiden. Der thesaurierende VanEck Seltene Erden ETF, der diese strategischen Rohstoffe abbildet, notiert derzeit bei 11,73 € und damit seit Jahresbeginn rund 6,5 % im Minus.

Strategische Unabhängigkeit als europäisches Ziel

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen kündigte am gestrigen Mittwoch in ihrer Rede zur Lage der Union in Straßburg die Gründung einer „Europäischen Gesellschaft für kritische Rohstoffe“ an. Diese neue Institution soll den gemeinsamen Zukauf koordinieren und Reserven für Schlüsselindustrien wie die Halbleiterfertigung, Elektromobilität und Verteidigung aufbauen.

Hintergrund ist die massive Abhängigkeit der Europäischen Union von Importen: Bei einigen Seltenen Erden stammen laut offiziellen Angaben rund 90 % der Lieferungen aus China. Insgesamt liege die Abhängigkeit bei vielen kritischen Rohstoffen bei über 80 %.

Parallel dazu verschärfen sich die regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA. Ab dem 1. Januar 2027 treten erweiterte Beschränkungen der Verteidigungsbeschaffungsbehörde DFARS in Kraft, die die gesamte Lieferkette für Neodym-Eisen-Bor-Magnete (NdFeB) betreffen.

Diese Magnete sind essenziell für moderne Hochleistungsmotoren.

Preisrückgänge am chinesischen Spotmarkt

Trotz der langfristigen strategischen Bemühungen des Westens meldet der Shanghai Metals Market (SMM) für den heutigen Handelstag eine Fortsetzung der Preisschwäche bei physischen Seltenen Erden. Insbesondere Praseodym-Neodym-Oxid (Pr-Nd-Oxid) verzeichnete im Nachmittagshandel weitere Rückgänge und wurde zuletzt in einer Spanne von 728.000 bis 730.000 Yuan pro Tonne gehandelt. Auch bei Terbium-Oxid und Holmium-Oxid kam es zu deutlichen Abschlägen.

Medienberichten zufolge bleibt das Handelsvolumen am Spotmarkt schleppend, da die Nachfrage der Metallverarbeiter stagniert. Diese kurzfristige Preisschwäche steht im Kontrast zu den langfristigen Investitionsprogrammen staatlicher Akteure.

Unter anderem flossen 400 Millionen US-Dollar in MP Materials, wobei für Neodym-Praseodym eine Preisuntergrenze von 110 US-Dollar pro Kilogramm über einen Zeitraum von zehn Jahren vereinbart wurde.

Technologische Innovationen und Explorationserfolge

Im Bereich der Trennungstechnologie meldete USA Rare Earth am heutigen Donnerstag eine strategische Partnerschaft mit Pasqal und Riven Systems. Ziel ist der Einsatz von Quanten-Machine-Learning, um neue Moleküle für die Extraktion zu identifizieren und die Kosten sowie den Energiebedarf der Anlagen zu senken.

Positive Nachrichten kamen zuletzt auch aus der Exploration. Volta Metals berichtete von Bohrergebnissen am Springer-Projekt in Ontario, bei denen ein Abschnitt von 214,5 Metern mit 0,8 % Seltenen Erden und signifikanten Gallium-Vorkommen identifiziert wurde. Kendrick Resources meldete zudem hochgradige Funde in Namibia.

Trotz dieser operativen Fortschritte bleibt die Volatilität im Sektor hoch. Der VanEck Seltene Erden ETF liegt derzeit 37 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das im Mai bei 18,76 € markiert wurde. Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell die angekündigten westlichen Verarbeitungs- und Raffineriekapazitäten, wie etwa das rumänische Joint Venture von Critical Metals, die Marktreife erreichen.

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