VanEck Seltene Erden ETF: REalloys-Grundsatzvereinbarung mit US-Armee in Utah
Der Fonds verlor 2,0 Prozent; zugleich bleibt offen, wie sich Chinas Exportregeln und westliche Lieferkettenpläne auswirken.

- Schlusskurs bei 8,76 Euro
- Kurs nur knapp über Jahrestief
- REalloys und US-Armee vereinbaren Anlagenplanung
- Lynas-Umsatz steigt um 55 Prozent
Der VanEck Seltene Erden ETF (ISIN IE0002PG6CA6) ist am Dienstag um 2,0 Prozent gefallen und schloss bei 8,76 Euro. Damit notiert der Fonds nur noch knapp über seinem 52-Wochen-Tief von 8,73 Euro, das er Anfang November markiert hatte. Ein unternehmensspezifischer Auslöser für den Tagesverlust ist nicht erkennbar – die Bewegung reiht sich in eine Abwärtsserie ein, die den Fonds seit Monaten begleitet.
Für Bewegung in der Branche sorgte unterdessen ein Vorhaben von strategischer Tragweite: REalloys und die US-Armee unterzeichneten eine nicht bindende Grundsatzvereinbarung für eine geplante Verarbeitungsanlage für die schweren Seltenen Erden Dysprosium und Terbium am Tooele Army Depot in Utah.
Vorgesehen ist dafür ein Pachtvertrag mit einer Laufzeit von bis zu 75 Jahren. Die Vereinbarung unterstreicht das wachsende staatliche Interesse der USA an einer eigenen Lieferkette für kritische Rohstoffe, auf die der ETF über seine Branchengewichtung reagiert – auch wenn sich der jüngste Kursrückgang daraus nicht unmittelbar ableiten lässt.
Sektor bleibt unter Druck
Der breitere Kontext bleibt angespannt. Ende Oktober waren Seltenerd-Werte bereits im Sog einer allgemeinen Verkaufswelle bei Metallen und risikobehafteten Anlagen gefallen, ohne dass ein einzelner Branchenauslöser erkennbar war.
Auch Critical Metals geriet unter Druck: Die Aktie verlor im Zusammenhang mit Bedenken über eine neue Aktienausgabe im Rahmen der Übernahme von European Lithium deutlich an Wert, während am selben risikoaversen Handelstag weitere Seltenerd-Titel nachgaben.
Positive Einzelsignale gab es dennoch. Lynas Rare Earths meldete für sein jüngstes Quartal einen Umsatz von 310,1 Millionen australischen Dollar, ein Plus von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, getragen von einem rekordhohen durchschnittlichen Verkaufspreis von 102,1 australischen Dollar je Kilogramm.
Allerdings kündigte das Unternehmen auch geplante Stillstände seiner Raffinerie in Malaysia sowie der Anlage in Kalgoorlie an, die die Produktion im laufenden Quartal belasten dürften.
Blick auf den 10. November
Für die kommenden Tage bleibt die Aussetzung erweiterter chinesischer Exportkontrollen für Seltene Erden im Fokus, deren Frist am 10. November ausläuft. Eine angekündigte Verlängerung der umfassenderen Handelsvereinbarung zwischen den USA und China hat die bislang geltenden rechtlichen Fristen für die Aussetzung einzelner Maßnahmen bisher nicht verändert.
Für Anleger im VanEck Seltene Erden ETF bleibt damit unklar, ob sich die regulatorische Lage kurzfristig entspannt oder verschärft – ein Faktor, der angesichts der technisch überverkauften Lage des Fonds zusätzliches Gewicht erhält.
Strukturell bleibt der Fonds damit zwischen zwei Kräften gefangen: einerseits dem politisch getriebenen Ausbau westlicher Lieferketten, wie ihn der Vorstoß von REalloys verdeutlicht, andererseits der Abhängigkeit von chinesischen Exportentscheidungen und einem insgesamt nervösen Rohstoffmarkt.
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