VanEck Semiconductor ETF: 1,56 Prozent Verlust trotz Intel-Überraschung

Intel übertrifft Erwartungen deutlich, doch der VanEck Semiconductor ETF fällt. Hohe Volatilität und KI-Nachfrage prägen den Sektor.

Die Kernpunkte:
  • Intel übertrifft Umsatz- und Gewinnerwartungen
  • KI-Geschäft treibt Wachstum mit 59 Prozent
  • ETF fällt trotz starker Quartalszahlen
  • Jahresplus von über 136 Prozent

Intel übertrifft die Erwartungen deutlich. Trotzdem verliert der VanEck Semiconductor UCITS ETF am Donnerstag 1,56 Prozent und schließt bei 96,45 Euro. Ein Paradox, das viel über die Nervosität im Chipsektor verrät.

Intel meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 16,13 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 25,4 Prozent zum Vorjahr und liegt satte 11,6 Prozent über den Analystenschätzungen von 14,42 Milliarden Dollar. Noch deutlicher fiel die Überraschung beim bereinigten Gewinn je Aktie aus: 0,42 Dollar standen einer Konsensschätzung von nur 0,21 Dollar gegenüber – fast eine Verdopplung.

Auf GAAP-Basis wies Intel dennoch einen Verlust von 2,16 Dollar je Aktie aus. Der Grund: eine nicht zahlungswirksame Belastung von 12,53 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit der CHIPS-Act-Treuhandvereinbarung des Konzerns.

Woher das Wachstum kommt

Der eigentliche Treiber saß im Data-Center- und KI-Geschäft. Dort kletterten die Umsätze um 59 Prozent auf 6,26 Milliarden Dollar. CEO Lip-Bu Tan brachte es in der Mitteilung auf den Punkt: Die KI-Nachfrage nach Rechenleistung sei „beispiellos“, Intel gut positioniert, um mit seinem CPU-Geschäft nachhaltig zu wachsen.

Für das dritte Quartal stellt Intel einen Umsatz zwischen 15,80 und 16,80 Milliarden Dollar in Aussicht, bei einem bereinigten Gewinn von 0,38 Dollar je Aktie. Die Guidance signalisiert, dass der Aufschwung kein Einmaleffekt bleibt.

Bereits vor den Zahlen hatte die Aktie kräftig zugelegt. Auslöser war die Bestätigung, dass Intels 18A-Fertigungsprozess einen Vertrag mit einem großen Cloud-Anbieter gesichert hat – der erste öffentlich anerkannte externe Großkunde für den Foundry-Knoten. Die Ausbeute des 18A-Prozesses liegt bei 85 Prozent, ein Wert, der die Foundry-Sparte vom Zukunftsversprechen zu einem echten operativen Geschäftsfeld macht.

Der ETF bleibt volatil

Dass starke Einzelzahlen den Sektor am Donnerstag nicht stützten, passt ins Bild der vergangenen Wochen. Der ETF notiert derzeit 13,25 Prozent unter seinem Jahreshoch von 111,18 Euro, das er Ende Juni erreichte. Die annualisierte Volatilität der letzten 30 Handelstage liegt bei knapp 57 Prozent – ein Wert, der die Schwankungsbreite des gesamten Sektors unterstreicht.

Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt die Jahresbilanz beeindruckend: Auf Zwölfmonatssicht steht ein Plus von 136,43 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es 81,06 Prozent. Der RSI von 48,1 zeigt dabei eine neutrale Marktverfassung, weder überkauft noch überverkauft.

Intel bleibt im VanEck-Portfolio ein bekannter, aber nicht der dominanteste Name. Größeres Gewicht dürften weiterhin Nvidia und Taiwan Semiconductor Manufacturing tragen, deren Quartalsberichte den Sektor zuletzt ebenfalls bewegt hatten. Nach TSMC am 16. Juli und Texas Instruments am 22. Juli hat mit Intel nun der dritte große Namen seine Zahlen vorgelegt – jeweils über den Erwartungen, aber ohne den Gesamtsektor spürbar zu stabilisieren.

Die Berichtssaison bleibt damit der zentrale Kurstreiber für den ETF. Ob sich die robuste Nachfrage nach KI-Halbleitern in den kommenden Wochen in ruhigeren Kursverläufen niederschlägt, bleibt offen – vorerst dominiert die hohe Schwankungsbreite das Bild.

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