VanEck Semiconductor ETF: 19 Prozent unter Juni-Hoch

Inflationssorgen und Zweifel an KI-Ausgaben belasten den ETF, der seit Jahresbeginn dennoch 69 Prozent gewonnen hat.

Die Kernpunkte:
  • ETF verliert am Freitag 2,7 Prozent
  • TSMC steigert Quartalsumsatz um 50,9 Prozent
  • Bank of America und JPMorgan senken ASML-Kursziele
  • ETF liegt 19 Prozent unter Juni-Hoch

Der VanEck Semiconductor UCITS ETF verzeichnete am Freitag einen Kursrückgang von 2,7 %, während sich der Ausverkauf im Halbleitersektor weiter verschärfte. Belastet wurde das Marktumfeld durch wachsende Sorgen über die Nachhaltigkeit der Ausgaben für KI-Infrastrukturen sowie deren Schuldenfinanzierung.

Zudem dämpften aktuelle US-Inflationsdaten die Hoffnung auf Zinssenkungen, was den Druck auf zinssensible Technologiewerte erhöhte.

Rekordzahlen von TSMC verpuffen am Markt

Trotz des negativen Branchenumfelds meldete der Schwergewicht-Zulieferer Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) am Donnerstag beeindruckende Geschäftszahlen für das dritte Quartal. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50,9 % auf 1.494,24 Milliarden NT$. Der Nettogewinn legte sogar um 68,7 % auf 763,06 Milliarden NT$ zu.

An seinen Investitionsplänen hält der Chiphersteller fest und bestätigte das Kapitalbudget für das Jahr 2026 in einer Spanne von 60 bis 64 Milliarden US-Dollar. Dass diese Wachstumszahlen die Abwärtsbewegung des ETFs nicht stoppen konnten, verdeutlicht die aktuelle Skepsis der Anleger gegenüber der weiteren Dynamik im Sektor.

Der VanEck Semiconductor UCITS ETF notiert mit seinem Schlusskurs von 89,88 € mittlerweile rund 19 % unter seinem 52-Wochen-Hoch, das Ende Juni erreicht worden war.

Analysten reagieren auf ASML-Bewertungen

Ein weiterer Belastungsfaktor für den Sektor sind Anpassungen bei den Erwartungen für den Branchenausrüster ASML. Die Analysten von Bank of America senkten am Donnerstag ihr Kursziel für die Aktie von 2.915 auf 2.858 US-Dollar, behielten jedoch ihre Kaufempfehlung bei.

Zur Begründung verwiesen sie auf niedrigere Bewertungsmultiplikatoren innerhalb der gesamten Branche. Parallel dazu reduzierte JPMorgan das Kursziel für ASML von 2.400 auf 2.350 US-Dollar bei einer unveränderten Einstufung als „Overweight“.

Bereits am Mittwoch hatte ASML erklärt, dass die Nachfrage nach Chipfertigungswerkzeugen durch den KI-Boom bis in das Jahr 2030 anhalten dürfte. Das Unternehmen wies darauf hin, dass Kunden für das kommende Jahr und bis 2028 mehr Kapazitäten anfragen, als derzeit geliefert werden können. Dennoch scheint der Markt die kurzfristigen Bewertungsrisiken höher zu gewichten als die langfristigen Auftragschancen.

Trotz der jüngsten Korrektur weist der ETF auf längere Sicht eine starke Bilanz auf. Seit Jahresbeginn verbucht das Papier ein Plus von 69 %.

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