VanEck Semiconductor ETF: Amazon-Schub nach 15 Prozent Plus

Starke AWS-Zahlen von Amazon treiben den VanEck Semiconductor ETF auf 546 Dollar. Chip-Fonds verzeichnen hohe Mittelzuflüsse, trotz jüngster Korrekturen.

Die Kernpunkte:
  • Amazon-Cloud-Zahlen beflügeln Halbleiterwerte
  • Chip-ETFs mit starken Mittelzuflüssen
  • Nvidia dominiert Fondsportfolio mit 20,8 Prozent
  • Erholung nach heftiger Korrekturphase

Ein einziger Quartalsbericht reicht derzeit aus, um den gesamten Halbleitersektor in Bewegung zu setzen. Amazon legte starke Cloud-Zahlen vor. Der VanEck Semiconductor ETF (SMH) reagierte prompt und kletterte auf rund 546,30 Dollar, ein Plus von 1,37 Prozent.

Der Kursanstieg zeigt ein Muster, das sich in den vergangenen Wochen wiederholt hat. Sobald ein großer Cloud-Anbieter mehr Investitionen in KI-Infrastruktur ankündigt, ziehen Chip-Aktien mit nach oben. Der Grund liegt auf der Hand: Mehr Cloud-Investitionen bedeuten mehr Nachfrage nach Chips.

Amazon liefert den Auslöser

Amazons Aktie schoss um 15 Prozent nach oben. Grund war das boomende AWS-Geschäft. Die Nachricht reichte, um Kapital in Richtung Halbleiterwerte zu lenken.

Es ist nicht das erste Mal in diesem Sommer. Wenige Tage zuvor hatten bereits Microsoft und Amazon für einen ähnlichen Effekt gesorgt. Microsoft sprang um 16 Prozent, nachdem das Unternehmen ein stärkeres Azure-Wachstum als erwartet meldete. Amazon legte damals schon um 11 Prozent zu, getragen von einem Umsatzplus im zweiten Quartal.

Beide Berichte zeigten dasselbe Bild: hohe Ausgaben für KI-Infrastruktur, selbst während die Anleihenrenditen auf mehrjährige Höchststände stiegen.

Geld fließt in Chip-Fonds

Die Kursrally ging Hand in Hand mit frischem Kapital. Anleger reagierten auf die starken Tech-Zahlen und schichteten Geld in Halbleiter-ETFs um. Gleich drei Fonds aus dem Chip-Segment zählten laut FactSet-Daten zu den größten Mittelzuflüssen der Woche.

Der VanEck Semiconductor ETF ist dabei stark auf wenige Namen konzentriert. Nvidia allein macht 20,8 Prozent des Portfolios aus. Taiwan Semiconductor Manufacturing folgt mit 9,6 Prozent, Broadcom mit 6,6 Prozent und AMD mit 5,7 Prozent.

Die zehn größten Positionen zusammen stellen etwa 72 Prozent des Fondsvermögens. Das ist deutlich mehr als beim Konkurrenten SOXX. Diese Konzentration hat einen klaren Effekt: Wenn Amazon oder ein anderer Hyperscaler seine Cloud-Investitionen ankündigt, profitieren vor allem die Schwergewichte im Portfolio überdurchschnittlich stark.

SOXX und SOXL ziehen mehr Kapital an

Beim Wettlauf um frisches Anlegergeld musste sich der VanEck-Fonds diese Woche allerdings hinten anstellen. Der iShares Semiconductor ETF (SOXX) führte das Feld an. Er sammelte rund 4,08 Milliarden Dollar ein und verwaltet mittlerweile 41,6 Milliarden Dollar bei einer Kostenquote von 0,34 Prozent.

Der gehebelte Direxion Daily Semiconductor Bull 3X ETF (SOXL) zog rund 2,4 Milliarden Dollar an — der kleinste Zufluss der drei Fonds. SOXL setzt dabei nicht auf direkte Aktienbestände, sondern auf Swaps und Futures.

Die drei Produkte bilden zwar denselben Halbleiter-Trend ab. Ihre Konstruktion unterscheidet sich aber deutlich: Indexaufbau, Konzentration und Hebelwirkung sorgen für unterschiedliche Risikoprofile.

Nach der Rekordrally folgte die Korrektur

Die aktuelle Erholung kommt nach einer turbulenten Phase. Der VanEck Semiconductor ETF hatte im ersten Halbjahr sein bestes Ergebnis überhaupt hingelegt — ein Plus von 82 Prozent in sechs Monaten. Das zweite Quartal brachte mit 71 Prozent den stärksten Quartalsgewinn seit dem zweiten Quartal 2021.

Auf diesen Höhenflug folgten heftige Rückschläge. An einem Mittwoch verlor der Fonds 5,4 Prozent, am folgenden Donnerstag weitere 4,5 Prozent. Damals zogen sich Trader aus KI-Werten zurück und suchten andere Marktsegmente.

Trotz dieser Schwankungen blieb das Anlegerinteresse hoch. Kapital floss auch während der Rückgänge weiter in den Fonds. Viele Marktteilnehmer werteten die Verluste offenbar als Konsolidierung, nicht als Trendwende. Die jüngste Rally nach den Amazon-Zahlen bestätigt dieses Bild: Der Halbleitersektor bleibt eng an die Investitionssignale der großen Cloud-Anbieter gekoppelt — jener Kunden, die am Ende die Chips tatsächlich verbauen.

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