VanEck Semiconductor ETF: Intel springt 11%, AMD +5%

Der VanEck Semiconductor ETF erholt sich nach einem massiven Ausverkauf und notiert mit einem Wochenplus von fast zehn Prozent wieder nahe dem Rekordhoch.

Die Kernpunkte:
  • Wochenplus von fast zehn Prozent
  • Broadcom enttäuscht mit KI-Umsatzprognose
  • Intel und AMD treiben Erholung an
  • Marvell steigt in S&P 500 auf

Ein historischer Absturz und eine rasante Aufholjagd prägen die Handelswoche. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF erlebte extreme Schwankungen. Am Ende verbuchte der Fonds ein Wochenplus von fast zehn Prozent. Der Schlusskurs vom Freitag lag bei 100,94 Euro. Damit rückt das Rekordhoch wieder in greifbare Nähe.

Broadcom löst globales Beben aus

Die Woche begann mit einem massiven Ausverkauf. Chip-Aktien verloren weltweit über eine Billion Dollar an Wert. Der amerikanische Branchenindex brach am fünften Juni um gut zehn Prozent ein. Das war der stärkste Tagesverlust seit Langem.

Auslöser war der Branchenriese Broadcom. Das Unternehmen übertraf zwar die Gewinnerwartungen für das abgelaufene Quartal. Allerdings enttäuschte die Umsatzprognose für KI-Chips. Der Vorstand stellte für das dritte Quartal 16 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten hatten mit über 17 Milliarden gerechnet.

Die Börse strafte Broadcom hart ab. Die Aktie stürzte um 14 Prozent ab. Dieser Schock riss die gesamte Lieferkette mit nach unten. Speicherhersteller wie Micron und Ausrüster wie ASML verzeichneten deutliche Verluste.

Intel und AMD treiben die Erholung

Bereits am Montag drehte die Stimmung komplett. Der Sektor startete eine beeindruckende Aufholjagd. Intel glänzte mit einem Kurssprung von elf Prozent. Alphabet beauftragte den Konzern mit der Fertigung von drei Millionen hauseigenen Chips. Parallel dazu prüft offenbar auch Nvidia die Produktionskapazitäten von Intel.

Zum Wochenausklang lieferte AMD frische Impulse. Die Citigroup hob das Kursziel auf 575 Dollar an. Die Analysten verweisen auf ein gigantisches Projekt bei Meta. Der Facebook-Mutterkonzern plant den massiven Einsatz von AMD-Grafikprozessoren. Dies könnte dem Chipentwickler ab 2027 zweistellige Milliardenumsätze bescheren.

Das operative Geschäft untermauert diese Fantasie. AMD steigerte den Quartalsumsatz im Jahresvergleich um 38 Prozent. Das Rechenzentrumsgeschäft wuchs sogar um 57 Prozent. Die Aktie legte zum Wochenende um weitere fünf Prozent zu.

Marvell rückt in den S&P 500 auf

Ein weiteres ETF-Schwergewicht sorgte für Schlagzeilen. Marvell Technology steigt Ende Juni in den S&P 500 auf. Zuvor hatte Nvidia-Chef Jensen Huang das Unternehmen geadelt. Er bezeichnete Marvell als den nächsten Billionen-Dollar-Konzern. Der Grund: die dominierende Marktposition bei KI-Netzwerktechnik.

Die wilden Ausschläge der vergangenen Tage passen ins Bild. Der Halbleitersektor bleibt hochvolatil. Dennoch spricht der übergeordnete Trend eine klare Sprache. Seit Jahresbeginn hat der VanEck-ETF rund 84 Prozent gewonnen. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von 163 Prozent auf der Anzeigetafel.

Der KI-Superzyklus treibt die Kurse weiter an. Der ETF notiert aktuell weit über seiner langfristigen Durchschnittslinie. Kurzfristig stehen weitere Meilensteine an. Nvidia zieht in Kürze ebenfalls in den US-Leitindex ein. Indes planen die großen Cloud-Anbieter für 2026 gigantische Investitionen von 750 Milliarden Dollar.

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