VanEck Semiconductor ETF: Lam Research mit 18 Prozent Plus
Starke Quartalszahlen von Lam Research und Microsoft beflügeln Chip-Aktien. Der SMH-ETF verzeichnet deutliche Gewinne nach zuvor heftigen Verlusten.

- Lam Research treibt Chip-Sektor an
- Microsoft-Ergebnis beflügelt Tech-Markt
- SMH-ETF erholt sich nach Kurseinbruch
- Anleiherenditen steigen weiter an
Ein Satz aus dem Quartalsbericht von Lam Research genügte. Der Chipausrüster meldete starke Zahlen und eine robuste Nachfrage durch künstliche Intelligenz. Die Aktie schoss um 18 Prozent nach oben, der beste Handelstag seit 1999. Der VanEck Semiconductor ETF (SMH) zog kräftig mit.
Der Donnerstag brachte die Wende nach einem harten Wochenstart. Die US-Notenbank hatte die Zinsen zuvor unverändert gelassen und damit einen Ausverkauf bei Technologiewerten ausgelöst. Am Donnerstag drehte der Markt: Der Nasdaq Composite legte um 2,8 Prozent zu und beendete eine sechstägige Verlustserie.
Zwei Quartalsberichte als Auslöser
Microsoft lieferte den zweiten großen Impuls. Der Konzern meldete starkes Wachstum im Cloud-Geschäft Azure und erhöhte seine Investitionsausgaben. Die Aktie sprang um 15 Prozent, der beste Tag seit 2008.
Auch Speicherchip-Hersteller profitierten. Samsung hatte gewarnt, die Verknappung bei Speicherchips könnte bis 2028 anhalten. Diese Aussage trieb Micron und Sandisk nach oben, nachdem beide Aktien zuvor wegen enttäuschender Zahlen von SK Hynix unter Druck standen.
Die Rally erfasste den gesamten Sektor. Der iShares Semiconductor ETF stieg um 8 Prozent. Applied Materials kletterte um 15 Prozent, Advanced Micro Devices um 13 Prozent, Intel um 11 Prozent und Marvell Technology um 13 Prozent. Nvidia legte moderater zu, knapp 3 Prozent.
Der Absturz davor war heftig
Der Rebound folgte auf eine brutale Woche. Der PHLX Semiconductor Index war seit seinen Hochs Ende Juni um rund 25 Prozent eingebrochen. Besonders hart traf es den Sektor am Mittwoch zuvor.
An diesem Tag meldeten Lam Research, Qualcomm und Arm Holdings ihre Zahlen. Vertiv Holdings, KLA, Micron Technology, Super Micro Computer und Applied Materials verloren jeweils mehr als 8 Prozent. Die Stimmung kippte binnen 24 Stunden komplett.
Analysten von JPMorgan ordnen die Bewegung nüchterner ein. Hedgefonds und andere Großinvestoren hätten ihre Positionen in Tech-, Chip- und Speicherwerten wohl bereits abgebaut, um ihre Schuldenlast zu senken. Der Ausverkauf war demnach eher eine Positionsbereinigung als eine fundamentale Neubewertung.
Anleihemarkt bleibt nervös
Der Aktienmarkt erholte sich, die Anleihemärkte zeigten sich weniger entspannt. Die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihe stieg um 6 Basispunkte auf über 5,2 Prozent und näherte sich Niveaus von 2007. Investoren befürchten offenbar, die Fed hänge im Kampf gegen die Inflation hinterher.
Der SMH selbst bleibt eine konzentrierte Wette auf die US-Chipindustrie. Der Fonds verwaltet rund 70 Milliarden Dollar bei einer Kostenquote von 0,35 Prozent und hält nur etwa 26 Titel. Die Gewichtung auf die größten Positionen fällt entsprechend hoch aus.
Im Vergleich mit dem iShares-Pendant hinkte der SMH beim Donnerstagsgewinn leicht hinterher. Der Unterschied liegt an der abweichenden Sektorgewichtung beider Fonds. Morningstar bewertet den SMH weiterhin neutral gegenüber vergleichbaren Produkten — das Analysemodell sieht über einen vollen Marktzyklus weder klare Über- noch Unterperformance.
Die jüngsten Ausschläge dürften kein Einzelfall bleiben. Mit fortschreitender Berichtssaison und den Samsung-Warnungen zur Speicherchip-Verknappung bleibt der Sektor empfindlich für neue Nachrichten aus Notenbank und Unternehmenszahlen.
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