VanEck Semiconductor ETF: Nvidia bei 10 Prozent gedeckelt
Halbleiter-ETF beendet volatile Woche mit Kursgewinn, verzeichnet aber deutliches Wochenminus. Analysten uneins über weitere Entwicklung.

- Wochenminus von 4,45 Prozent
- Erholung nach US-Zinsentscheid
- China-Sorgen belasten Speicherchipwerte
- Uneinigkeit bei Analystenprognosen
Fünf Tage Achterbahn, ein Wochenschluss im Plus – und trotzdem ein deutliches Minus auf Wochensicht. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF zeigt gerade, wie nervös der Halbleitersektor derzeit auf Nachrichten aus China reagiert. Am Freitag legte der Fonds um 0,92 Prozent zu und schloss bei 89,23 Euro. Auf Wochensicht bleibt dennoch ein Rückgang von 4,45 Prozent stehen.
Der ETF bündelt große US-Chipdesigner und Ausrüstungshersteller. Trotz der jüngsten Turbulenzen liegt er seit Jahresbeginn noch immer 67,51 Prozent im Plus.
Ausverkauf aus Asien schwappt über
Die Woche begann schwach, nachdem bereits der Freitag zuvor deutliche Verluste gebracht hatte. Am Montag verlor der zugrundeliegende SMH-Index mehr als zwei Prozent. AMD und Teradyne büßten fünf beziehungsweise vier Prozent ein und führten die Verluste an.
Am Dienstag verschärfte sich der Druck. Auslöser waren Berichte über Chinas Ambitionen bei Speicherchips und Lithografie-Ausrüstung, wie der Chief Investment Officer für Aktien bei Standard Chartered einordnete. Die Angst vor chinesischer Konkurrenz traf südkoreanische Zulieferer besonders hart: SK Hynix brach an diesem Tag um 14,65 Prozent ein, Samsung Electronics verlor mehr als 13 Prozent.
Am Mittwoch setzte sich die Talfahrt fort – der vierte Verlusttag in Folge. Micron und AMD gaben jeweils mehr als acht Prozent nach. Der breitere Philadelphia Semiconductor Index fiel zwischenzeitlich unter die Marke von 11.000 Punkten. Das entsprach einem Rückgang von über 25 Prozent gegenüber seinem Junihoch.
Die Wende am Donnerstag
Der Kurswechsel kam schnell. Am Donnerstag hielt die US-Notenbank die Zinsen unverändert, und die Wall Street reagierte mit Erleichterung. Der Nasdaq Composite legte um 2,8 Prozent zu und beendete damit eine sechstägige Verlustserie. Halbleiterwerte gehörten zu den Treibern der Erholung.
JPMorgan sieht den schlimmsten Teil der Entschuldung im Chipsektor bereits hinter sich. Nikolaos Panigirtzoglou von JPMorgan schrieb, der Abbau von Hebelpositionen bei Tech- und Halbleiterwerten – einschließlich Speicherchip-Titeln – sei schneller vorangeschritten als erwartet. Für weitere Deleveraging-Bewegungen sehe die Bank nun deutlich weniger Spielraum. Trotz der turbulenten Wochen steht der Sektor 2026 noch immer mit einem Plus von mehr als 16 Prozent da.
Struktur des ETFs dämpft den Schaden
Die Methodik des Fonds hat die Entwicklung mitgeprägt. Die Position in Nvidia ist auf zehn Prozent gedeckelt und wird vierteljährlich neu gewichtet. Das war relevant, weil Nvidia in der ersten Jahreshälfte deutlich schwächer lief als der Gesamt-ETF – obwohl der Konzern wertmäßig die beiden größten Einzelpositionen Micron Technology und Advanced Micro Devices klar übertrifft.
Diese Struktur bedeutete für den Fonds ein hohes Gewicht in Speicherchip- und Ausrüstungswerten. Genau dieses Segment traf der China-getriebene Ausverkauf am härtesten.
Analysten uneins über den weiteren Verlauf
Beim Blick nach vorn gehen die Einschätzungen auseinander. JPMorgan erwartet für den Sommer eine Kaufgelegenheit bei Chipaktien. Morgan Stanley rechnet dagegen mit einem schwierigen zweiten Halbjahr 2026 für den Sektor.
Gantori von Standard Chartered bewertet die längerfristige Perspektive gelassener. Der Markt biete Raum genug für mehrere Player, die nebeneinander bestehen und profitieren könnten, so seine Einschätzung. Der KI-Investitionszyklus stütze weiterhin die führenden Technologiekonzerne.
Wie groß die Nervosität im Markt bleibt, zeigt ein Wert abseits der reinen Kursbewegung: Die annualisierte 30-Tage-Volatilität des ETFs liegt bei 60,54 Prozent. Ob sich die Erholung vom Donnerstag fortsetzt oder der Sektor – wie von Morgan Stanley erwartet – in ein schwieriges zweites Halbjahr rutscht, dürfte sich an der weiteren Entwicklung rund um Chinas Speicherchip- und Lithografie-Ambitionen entscheiden.
VanEck Semiconductor UCITS ETF: Kaufen oder verkaufen?! Neue VanEck Semiconductor UCITS ETF-Analyse vom 1. August liefert die Antwort:
Die neusten VanEck Semiconductor UCITS ETF-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für VanEck Semiconductor UCITS ETF-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
VanEck Semiconductor UCITS ETF: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...




