VanEck Semiconductor ETF: SK Hynix 13%, Samsung 8% Kurssprung

Strukturelle DRAM-Verknappung und KI-Nachfrage treiben südkoreanische Chipwerte und den VanEck Semiconductor ETF auf neue Höhen.

Die Kernpunkte:
  • Südkoreanische Chipaktien legen kräftig zu
  • DRAM-Angebot deckt nur 75-80% der Nachfrage
  • VanEck ETF notiert nahe 52-Wochen-Hoch
  • Analysten sehen strukturelle Knappheit bis 2027

Fast 13 Prozent Kursplus für SK Hynix an einem einzigen Handelstag in Seoul. Samsung Electronics legt fast 8 Prozent zu, der Chipausrüster Hanmi Semiconductor sogar rund 25 Prozent. Was diese Rally auslöst, ist keine kurzfristige Euphorie, sondern ein handfestes Angebotsproblem bei Speicherchips.

Der VanEck Semiconductor UCITS ETF, der den MVIS US Listed Semiconductor 25 Index abbildet, profitiert direkt von dieser Entwicklung. Der Fonds schloss am Dienstag bei 99,00 Euro und liegt damit 2,33 Prozent über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 96,74 Euro. Auf Jahressicht steht ein Plus von über 134 Prozent zu Buche, seit Jahresbeginn sind es mehr als 80 Prozent.

Knappheit bei DRAM-Chips treibt Südkorea

Die Kursgewinne in Seoul folgen schwächer als erwartet ausgefallenen US-Inflationsdaten. Diese nährten Hoffnungen auf eine lockerere Geldpolitik und beflügelten Tech-Aktien weltweit. Hinzu kommen optimistische Analysteneinschätzungen zur Nachfrage nach KI-Speicherchips.

Ein Analyst von Meritz Securities bringt die eigentliche Ursache auf den Punkt: DRAM-Hersteller decken aktuell nur etwa 75 bis 80 Prozent der Nachfrage. Bis 2027 könnte diese Erfüllungsquote sogar auf einen Bereich um 60 Prozent fallen. Genau diese strukturelle Verknappung, nicht kurzfristige Spekulation, treibt die Kurse.

Goldman Sachs ordnet die vorangegangene Volatilität ein. Die Bank verweist darauf, dass der Ausverkauf bei südkoreanischen Chipwerten teils durch die Auflösung von Positionen in neu aufgelegten ETFs verstärkt wurde, die stark auf einzelne Aktien konzentriert sind. Der zugrunde liegende Halbleiterzyklus bleibe davon unberührt und fundamental robust, so die Einschätzung.

Wall Street bestätigt die Erholung

Die Stärke zeigte sich bereits einen Tag zuvor in New York. Der S&P 500 schloss am Dienstag um 0,38 Prozent höher, getragen von Halbleiterwerten nach den schwächeren Juni-Inflationsdaten. Der Nasdaq Composite legte um 0,9 Prozent zu.

Der Schwesterfonds SMH von VanEck folgte der Bewegung nahezu deckungsgleich und stieg um 2,5 Prozent. Diese Erholung kam nach einer Phase heftiger Schwankungen. Der Fonds hatte gerade erst sein bestes erstes Halbjahr aller Zeiten hinter sich, mit einem Plus von 82 Prozent in sechs Monaten und dem stärksten Quartalsgewinn seit dem zweiten Quartal 2021.

Die Kehrseite: In den letzten beiden Sitzungen jener Woche brach der Kurs ein. Erst um 5,4 Prozent, dann um weitere 4,5 Prozent, als Trader aus KI-nahen Aktien in andere Marktsegmente umschichteten.

Langfristige Prognosen stützen die Story

SK-Hynix-CEO Kwak Noh-jung rechnet für 2027 mit der schwersten Angebotsknappheit in der Geschichte der Speicherbranche. Die Nachfrage werde die Produktionskapazitäten des Unternehmens trotz aggressiver Expansionspläne bis weit über 2030 hinaus übersteigen.

Finanzinstitute deuten diese Knappheit zunehmend als strukturellen Vorteil für die Ertragslage. Ein Analyst erwartet, dass Speicherpreise und Gewinne mit vertiefter Angebotsknappheit weiter steigen dürften – ein Argument für die aktuelle Kurserholung. HSBC ergänzt: Die verbesserte Profitabilität von KI-Diensten stütze die Cloud-Ausgaben, während sich die Branche zunehmend auf drei- bis fünfjährige Lieferverträge verlagere. Das soll die Ertragssichtbarkeit erhöhen und Schwankungen reduzieren.

Volatilität bleibt das Risiko

Trotz der Erholung warnen Techniker vor anhaltender Unruhe im Chipsektor. BTIG-Chefanalyst Jonathan Krinsky verweist darauf, dass der iShares Semiconductor ETF in den vergangenen sechs Handelstagen jeweils mindestens 3,9 Prozent Tagesbewegung verzeichnete. Solch extreme Ausschläge nahe einem Hoch deuteten entweder auf eine längere Konsolidierung hin – oder im schlechtesten Fall auf ein bedeutenderes Topp.

Für den VanEck Semiconductor UCITS ETF bedeutet das: Der aktuelle Kurs liegt knapp 11 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 111,18 Euro vom 30. Juni. Gleichzeitig bleibt der Abstand zum 52-Wochen-Tief von 40,55 Euro aus dem Juli 2025 gewaltig – der Fonds notiert rund 144 Prozent darüber. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von 64,14 Prozent zeigt: Die scharfen Zweibahn-Bewegungen im Sektor dürften auch zur bevorstehenden Berichtssaison der Ausrüster anhalten.

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