VanEck Semiconductor ETF: TSMC mit 45 Prozent Juli-Plus
Chip-Hersteller melden Rekordzahlen, doch Anleger ziehen Kapital ab. Der VanEck Semiconductor ETF verzeichnet trotz starker Performance Mittelabflüsse.

- Applied Materials übertrifft Erwartungen
- TSMC plant Rekordinvestitionen
- ETF verzeichnet Mittelabflüsse
- Intel stärkt Kapitalbasis
Die Chip-Branche liefert Rekordzahlen am laufenden Band. Trotzdem herrscht an der Börse eine spürbare Nervosität. Während Schwergewichte wie Applied Materials und TSMC ihre Prognosen massiv anheben, ziehen institutionelle Investoren Kapital aus dem Sektor ab.
Der US-Anlagenbauer Applied Materials übertraf die Erwartungen deutlich. Im dritten Geschäftsquartal kletterte der Umsatz um knapp 25 Prozent auf 9,12 Milliarden Dollar. Die Nachfrage nach Maschinen für die KI-Produktion bleibt ungebremst.
Für das laufende Quartal rechnet der Vorstand nun mit Erlösen von etwa 10,25 Milliarden Dollar. Das liegt weit über den bisherigen Schätzungen der Analysten. Parallel dazu hob das Unternehmen seine Wachstumserwartung für Halbleitersysteme auf über 30 Prozent an.
TSMC plant Rekordausgaben
Auch Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) blickt extrem optimistisch in die Zukunft. Der weltgrößte Auftragsfertiger erwartet für 2026 ein Umsatzplus von mehr als 40 Prozent. Allein im Juli sprangen die Erlöse im Jahresvergleich um 45 Prozent nach oben.
Um die Kapazitäten für KI-Chips auszubauen, plant TSMC massive Investitionen. Das Budget für Investitionsausgaben steigt auf bis zu 64 Milliarden Dollar. Marktbeobachter geben allerdings zu bedenken, dass die Bewertung mit dem 21-fachen des erwarteten Gewinns bereits viel Optimismus widerspiegelt.
Abflüsse trotz starker Performance
Trotz der starken Fundamentaldaten flossen zuletzt rund 348 Millionen Dollar aus dem VanEck Semiconductor ETF ab. Investoren sichern nach der massiven Rally offenbar Gewinne. Seit Jahresanfang verzeichnet der Fonds immer noch ein Plus von 79 Prozent.
Intel versucht derweil, seine Kapitalbasis zu stärken. Der Konzern platzierte eine Aktienemission im Volumen von fast 20 Milliarden Dollar. Das Geld soll den Übergang zur modernen 14A-Fertigungstechnologie finanzieren. Broadcom kämpft hingegen mit einer Software-Schwachstelle in seinem VMware-Portfolio, was die Stimmung belastet.
Die hohe Volatilität von annualisiert 51 Prozent zeigt die Empfindlichkeit des Sektors gegenüber den Investitionsplänen der Tech-Riesen. Der nächste wichtige Impuls wird für Ende August erwartet. Bis dahin dürften die Marktteilnehmer genau beobachten, ob die hohen Wachstumsraten die aktuellen Bewertungen dauerhaft rechtfertigen.
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