VanEck Semiconductor ETF: TSMC-Zahlen am Donnerstag

ASML hebt Umsatzprognose und treibt den VanEck Semiconductor ETF. Speicherhersteller leiden unter schwacher Smartphone-Nachfrage.

Die Kernpunkte:
  • ASML hebt Jahresprognose erneut an
  • Speicherhersteller brechen ein
  • Smartphone-Nachfrage sinkt drastisch
  • TSMC-Quartalszahlen am Donnerstag

Ein Kurssprung bei ASML reicht diese Woche aus, um den gesamten Halbleitersektor in Bewegung zu bringen. Der VanEck Semiconductor UCITS ETF schloss am Mittwoch bei 96,86 Euro — knapp über seinem 50-Tage-Durchschnitt von 96,99 Euro. Das US-Pendant SMH legte zeitgleich um 1,2 Prozent zu, angeführt von einem Kursplus von 3 Prozent bei ASML.

Der niederländische Ausrüster für Chip-Fertigungsanlagen hob seine Umsatzprognose zum zweiten Mal in diesem Jahr an. Da beide Fonds denselben Index abbilden, schlägt sich die ASML-Rally direkt im europäischen UCITS-Produkt nieder. Trotz der Erholung bleibt der Fonds 12,88 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 111,18 Euro, das er am 30. Juni markierte.

ASML gibt den Ton an

ASML erwartet nun einen Jahresumsatz zwischen 43 und 45 Milliarden Euro. Die Bruttomarge soll auf 54 bis 56 Prozent steigen. Zuvor hatte das Unternehmen nur 36 bis 40 Milliarden Euro und eine Marge von 51 bis 53 Prozent in Aussicht gestellt.

Auch die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen deutlich. Der Umsatz lag bei 9,3 Milliarden Euro, Analysten hatten mit 8,8 Milliarden Euro gerechnet. Der Nettogewinn erreichte 2,9 Milliarden Euro statt der prognostizierten 2,6 Milliarden Euro.

Der Effekt blieb nicht auf ASML beschränkt. Auch Intel und Lam Research legten im vorbörslichen US-Handel um mehr als 3 Prozent zu. Da ASML zu den zehn größten Positionen des Fonds zählt, wirkt die angehobene Prognose wie ein direkter Rückenwind für das Portfolio.

Speicherchips unter Druck

Nicht jeder Bereich des Sektors profitierte von der guten Stimmung. AMD, Intel und Marvell verloren im Tagesverlauf zeitweise mehr als 5 Prozent. SanDisk brach um über 11 Prozent ein, Micron Technology verlor 8 Prozent, Lam Research gab um 3 Prozent nach.

Diese Kluft zwischen Ausrüstern und Speicherherstellern zeigt die gespaltene Lage im aktuellen Chipzyklus. Die Nachfrage nach Fertigungsanlagen für moderne Lithografie bleibt robust. Teile der Speicherchip-Lieferkette kämpfen dagegen mit eigenen Problemen.

Der Grund dafür hat einen Namen: Das Marktforschungsunternehmen IDC warnt vor dem größten Rückgang der globalen Smartphone-Nachfrage seit Beginn der Aufzeichnungen. Für 2026 erwartet IDC einen Volumenrückgang von 13 Prozent — das niedrigste Niveau seit einem Jahrzehnt. Hersteller wie Micron haben ihre Produktion gezielt in Richtung margenstärkerer Rechenzentrums-Kunden verschoben. Das verschärft den Engpass bei Bauteilen für Smartphones und PCs zusätzlich.

TSMC-Zahlen am Donnerstag im Blick

Die ASML-Rally trifft auf einen weiteren wichtigen Termin. TSMC legt am Donnerstag Quartalszahlen vor — sie dürften zeigen, ob die Nachfrage nach KI-Chips weiterhin das Angebot übersteigt. Die N3-Fertigungskapazität des Auftragsfertigers gilt bereits als ausverkauft.

TSMC gehört zu den größten Positionen im Fonds. Die Zahlen am Donnerstag entscheiden mit, ob sich die Erholung bei den Ausrüstern auch auf das Foundry-Segment ausweitet.

Der Index schließt Apple bewusst aus

Die Indexmethodik hinter dem Fonds sorgt weiterhin für Diskussionen — vor allem wegen dessen, was sie ausschließt. Der zugrunde liegende Index bildet die oberen 25 Prozent der US-notierten Halbleiterwerte ab, gedeckelt bei maximal 10 Prozent Gewichtung pro Titel. Unternehmen müssen mindestens die Hälfte ihres Umsatzes mit Halbleitern oder entsprechender Ausrüstung erzielen.

Diese Regel hält Apple bewusst außen vor. Der Konzern entwickelt zwar eigene Chips, erwirtschaftet den Großteil seines Umsatzes aber mit Geräten und Diensten: Allein im jüngsten Quartal kamen 56,99 Milliarden Dollar aus dem iPhone-Geschäft und 30,98 Milliarden Dollar aus Services. Nach der Indexlogik zählt Apple damit als Hardware- und Dienstleistungsunternehmen, nicht als Halbleiterwert.

Volatilität bleibt hoch

Die annualisierte 30-Tage-Volatilität liegt bei 64,31 Prozent — ein Wert, der die Nervosität im Sektor widerspiegelt. Der RSI von 46,9 deutet auf eine neutrale Marktlage nach der scharfen Korrektur vom Juni-Hoch hin.

Der Fonds notiert derzeit 0,14 Prozent unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, aber deutlich über den langfristigen Marken: 43,23 Prozent über dem 200-Tage-Schnitt. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 76,24 Prozent, auf Zwölfmonatssicht sogar 132,56 Prozent. Ob die ASML-getriebene Erholung nach dem holprigen Start ins zweite Halbjahr an Fahrt gewinnt, entscheidet sich am Donnerstag mit den TSMC-Zahlen.

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