Vanguard FTSE All-World ETF: Allzeithoch bei 167,10 Euro
Der beliebteste Welt-ETF verliert einige Schwellenländer-Aktien, während Konkurrenten mit günstigeren Gebühren angreifen.

- Vier indonesische Aktien ausgeschlossen
- USA dominieren mit fast 62 Prozent
- DWS senkt Gebühren auf 0,07 Prozent
- ETF nahe Allzeithoch bei 166,48 Euro
Der beliebteste Welt-ETF räumt auf. Seit Montag greifen die neuen Regeln des Indexanbieters FTSE Russell. Einige Schwellenländer-Aktien fliegen aus dem Portfolio. Das eigentliche Risiko für den Platzhirsch lauert aber ganz woanders.
Index-Umbau trifft Indonesien
Die vierteljährliche Anpassung der FTSE Global Equity Index Series ist abgeschlossen. Für den Vanguard-ETF bedeutet das konkrete Abgänge. Vier indonesische Aktien verlassen das globale Universum. Darunter befinden sich GoTo Gojek Tokopedia und Trimegah Bangun Persada.
Beide zählten bisher zum Mid-Cap-Segment. Sie wanderten an der Heimatbörse in ein spezielles Entwicklungssegment. Damit verfehlen sie die strengen Kriterien von FTSE Russell. Zuvor sorgten bereits Probleme mit dem Streubesitz für Ausschlüsse in der Region. Ein passiver ETF vollzieht solche Änderungen automatisch nach.
Tech-Giganten überstrahlen alles
Die Dominanz der Industrieländer ist erdrückend. Die Folge: Solche Einzeländerungen verpuffen im Gesamtportfolio fast völlig. Der Vanguard-Fonds hält aktuell über 3.700 verschiedene Aktien. Er bildet den Index durch eine repräsentative Auswahl ab. Allein die USA machen fast 62 Prozent des Fonds aus.
Die Top-Ten-Positionen bündeln ein Viertel des gesamten Anlagevermögens. Hier geben Nvidia, Apple und Microsoft den Ton an. Der Technologiesektor dominiert das Portfolio mit einem Anteil von gut 35 Prozent deutlich.
Preiskampf verschärft sich
Die wahre Herausforderung für Vanguard ist der harte Wettbewerb. Mit einem Volumen von fast 43 Milliarden Euro ist der ETF der unangefochtene Marktführer. Seine Gesamtkostenquote liegt bei 0,19 Prozent.
Konkurrenten greifen diese Vormachtstellung nun aggressiv an. DWS hat die Gebühren für seinen Xtrackers FTSE All-World ETF drastisch gesenkt. Seit Anfang Juni verlangt der Anbieter nur noch 0,07 Prozent. Auch iShares unterbietet den Platzhirsch mit 0,12 Prozent deutlich.
Starke Kursentwicklung schützt
An der Börse lässt der Preiskampf die Investoren kalt. Der ETF notiert mit 166,48 Euro nur minimal unter seinem frischen Allzeithoch. Dieses erreichte der Fonds am gestrigen Montag bei 167,10 Euro.
Der langfristige Trend zeigt steil nach oben. Auf Jahressicht steht ein Plus von knapp 30 Prozent auf der Anzeigetafel. Der Abstand zur 200-Tage-Linie beträgt komfortable zwölf Prozent. Solange die großen US-Technologiewerte ihre Rally fortsetzen, dürfte der ETF seine Spitzenposition trotz höherer Gebühren verteidigen.
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