Vanguard FTSE All-World: Gebührensenkung am 28. Juli, Kostenlücke wächst

Vanguard reduziert Kosten des FTSE All-World ETF erneut, bleibt aber teurer als die Konkurrenz von DWS und BlackRock.

Die Kernpunkte:
  • Gebührensenkung auf 0,14 Prozent
  • DWS unterbietet mit 0,07 Prozent
  • Vanguard bleibt größter Fonds im Segment
  • Trade Republic Kooperation bringt junge Anleger

Der Vanguard FTSE All-World UCITS ETF senkt zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres seine Gebühren. Ab dem 28. Juli fällt die Kostenquote von 0,19 Prozent auf 0,14 Prozent. Erst im Oktober hatte Vanguard die Gebühr bereits von 0,22 Prozent gesenkt.

Der Zeitpunkt ist heikel. Denn während Vanguard nachjustiert, hat die Konkurrenz längst vorgelegt.

Die Konkurrenz unterbietet deutlich

DWS senkt die Gesamtkostenquote seines Xtrackers FTSE All-World UCITS ETF ab dem 1. Juni 2026 von 0,12 Prozent auf 0,07 Prozent. Der Fonds kam erst im April auf den Markt und positioniert sich damit an die Spitze einer der am härtesten umkämpften ETF-Kategorien. Bis dahin teilte sich DWS die Führungsposition beim Preis mit BlackRock.

Selbst nach der Senkung bleibt Vanguards Fonds mit 0,14 Prozent doppelt so teuer wie das DWS-Produkt. Der Abstand zu den günstigsten Anbietern der Kategorie wächst also, statt zu schrumpfen.

Größe als Gegenargument

Trotz der Preislücke bleibt Vanguards Fonds der größte Anbieter im FTSE-All-World-Segment. Diese Größe sichert Liquidität und Handelstiefe, die kleinere und neuere Konkurrenten bislang nicht erreichen.

Der Preisdruck betrifft die gesamte Branche. Neben Vanguard senken auch Amundi und Invesco ihre Gebühren bei klassischen Beta-Strategien. DWS baut parallel seine Vertriebsstruktur um: Die Xtrackers-Sparte teilt sich ab Juni in einen Privatkunden- und einen institutionellen Bereich. Vertriebschef Simon Klein übernimmt dabei eine neu geschaffene Einheit für vermögende Privatkunden.

Trade Republic pumpt junge Sparer in den Fonds

In Deutschland sichert sich Vanguard über einen anderen Kanal Zulauf. Trade Republic startete im Mai 2025 ein Kindersparkonto. Dabei reinvestieren Trade Republic und Vanguard die laufenden Fondsgebühren ausgewählter Vanguard-ETFs monatlich direkt zurück in den Fonds — bis das Kind 18 wird.

Neben dem FTSE All-World profitieren auch der Vanguard ESG Global All Cap und die Vanguard LifeStrategy 80 von diesem Programm. Mehr als ein Jahr nach dem Start lenkt die Kooperation weiterhin junge deutsche Sparer über kostenlose, automatisch reinvestierte Sparpläne in den Fonds. Das festigt die Rolle des ETF als Standardbaustein für langfristige Portfolios hierzulande.

Kurs nahe Rekordniveau

Der ETF notiert aktuell bei 164,38 Euro und liegt damit nur 1,63 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch von 167,10 Euro vom 22. Juni. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von 13,08 Prozent zu Buche, auf Zwölfmonatssicht sind es 23,37 Prozent. Der Markt scheint die anstehende Gebührensenkung bereits eingepreist zu haben — belohnt wird stattdessen die Größe und Liquidität des Fonds.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Markenbekanntheit und die bestehende Vertriebspartnerschaft mit Trade Republic den wachsenden Kostennachteil gegenüber DWS und BlackRock dauerhaft ausgleichen können. Bislang honorieren Anleger mit Kursen nahe dem Rekordhoch die Erfahrung und Liquidität des Platzhirschen — trotz der Gebührenlücke, die auch nach dem 28. Juli bestehen bleibt.

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