Veolia Aktie: Capital Group unterschreitet Meldeschwelle

Capital Group senkt Veolia-Anteil unter fünf Prozent, während EU-Abwasserregeln und neue Wasserprojekte den Konzern prägen.

Die Kernpunkte:
  • Capital Group hält 4,97 Prozent
  • EU-Abwasserregeln versprechen wirtschaftlichen Nutzen
  • Über 30 Wasserprojekte in Chile
  • Veolia-Aktie verliert 1,6 Prozent

Die US-Investmentgesellschaft The Capital Group Companies hat ihre Beteiligung an Veolia leicht reduziert und die Meldeschwelle von 5 Prozent unterschritten. Wie die französische Finanzmarktaufsicht AMF mitteilte, hielt der Vermögensverwalter nach Verkäufen über den Markt zuletzt 36.900.359 Aktien. Dies entspricht einem Anteil von 4,97 Prozent an Kapital und Stimmrechten des Versorgers.

Regulatorischer Rückenwind durch EU-Abwasserrichtlinie

Neben den Verschiebungen im Aktionariat stehen für den Konzern mit seinen rund 203.100 Mitarbeitern regulatorische Weichenstellungen im europäischen Kernmarkt im Mittelpunkt. Das Branchengremium CSF Eau, dem neben dem französischen Staat und Gewerkschaften auch Veolia sowie Suez angehören, stellte gestern eine Untersuchung zur europäischen Abwasserrichtlinie Deru 2 vor.

Die Richtlinie war Ende 2024 von Parlament und Rat verabschiedet worden und muss bis zum 31. Juli 2027 in nationales französisches Recht überführt werden.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass der Nutzen der neuen Vorgaben für die Abwasserbehandlung die erforderlichen Umsetzungskosten übersteigt. In der Industrie sorgt vor allem das verankerte Verursacherprinzip für Diskussionen. Es verpflichtet insbesondere Hersteller aus der Pharma- und Kosmetikbranche, sich an den Aufwendungen für die weitergehende Reinigung von Abwässern zu beteiligen.

Ausbau der Wasserprojekte in Lateinamerika

Parallel dazu forciert das Management den Ausbau internationaler Industrieprojekte. In Chile zählt das Unternehmen inzwischen mehr als 30 Initiativen im Wassersektor mit Schwerpunkt auf Entsalzung und Wiederaufbereitung, unter anderem für die Bergbauinfrastruktur. Zu den aktuellen Vorhaben gehört das Projekt Planta Aguas Pacífico, das den Bau von mehr als 105 Kilometern an Aquädukten umfasst.

Zudem plant Veolia gemeinsam mit dem Partner SBM Offshore schwimmende Entsalzungseinheiten mit einer Förderleistung von über 1.000 Litern pro Sekunde. Im Jahr 2025 hatte die Sparte für Wassertechnik in Lateinamerika mehr als 3,3 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgewonnen.

Am Markt verzeichnete das Papier am heutigen Freitag leichte Abgaben: Der Kurs verlor 1,6 Prozent auf 31,69 Euro. Seit Jahresanfang verbleibt dennoch ein Zuwachs von 7,0 Prozent.

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