Veolia Aktie: Verkauft wird schneller und teurer
Veolia erzielt bei Verkäufen höhere Bewertungen als erwartet und baut mit Aufträgen in Oman und den Emiraten sein Wassergeschäft aus.

- Desinvestitionen von rund 570 Millionen Euro unterzeichnet
- Verkäufe im Schnitt zum 10,4-Fachen des EBITDA
- Entsalzungsaufträge über knapp 200 Millionen Euro
- Al Hamriyah soll Effizienzrekord erreichen
Veolia verkauft schneller und teurer als geplant. Der französische Umweltkonzern hat in diesem Jahr bereits Desinvestitionen von rund 570 Millionen Euro unterzeichnet. Zugleich sichert er sich in der Golfregion zwei Entsalzungsaufträge.
Verkäufe über Plan
Im November 2025 hatte Veolia ein Verkaufsprogramm von mehr als zwei Milliarden Euro angekündigt. Der Konzern trennt sich von nicht strategischen Aktivitäten, von Geschäften außerhalb der regionalen Top 3 und von reifen Bereichen, die viel Kapital binden. Abgeschlossen sein soll das Programm bis Mitte 2028.
Die bisherigen Deals bewertet Veolia im Schnitt mit etwa dem 10,4-Fachen des operativen Ergebnisses vor Abschreibungen (EBITDA). Das liegt nach Unternehmensangaben über den Erwartungen. Auch zeitlich sieht sich der Konzern vorn.
Verkauft werden unter anderem das Facility Management in Frankreich, die Industriereinigung in Belgien und Recyclingaktivitäten in den Niederlanden und Südkorea. Hinzu kommen Trockenabfall in Tschechien und eine Minderheitsbeteiligung an einer britischen Müllverbrennungsanlage. Das europäische Altölgeschäft ist bislang nur über ein einseitiges Kaufversprechen gebunden. Betriebsräte müssen noch konsultiert werden, zudem fehlen behördliche Genehmigungen.
Das Kapital fließt in Wachstumsfelder. Seit dem Start des Strategieplans GreenUp hat Veolia mehr als acht Milliarden Euro an Vermögenswerten umgeschichtet. Die Zukäufe entfallen zu 90 Prozent auf Technologie- und Wachstumsbereiche und zu 80 Prozent auf internationale Märkte. Konzernchefin Estelle Brachlianoff zeigt sich zuversichtlich, das Ziel zu erreichen.
Entsalzung im Nahen Osten
Parallel dazu meldet Veolia Aufträge von knapp 200 Millionen Euro in Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten. In Oman betreibt und optimiert der Konzern fünf Jahre lang die Anlage Al Asilah mit 80.000 Kubikmetern Tageskapazität. In den Emiraten liefert Veolia für die Anlage Al Hamriyah Planung und Technologie. Sie soll 410.000 Kubikmeter täglich erzeugen und rund 1,4 Millionen Menschen versorgen.
Technisch hebt Veolia den Energieverbrauch hervor: Al Hamriyah soll mit 2,75 Kilowattstunden je Kubikmeter einen neuen Effizienzrekord setzen. Der Konzern will die weltweit betriebene Entsalzungskapazität bis 2030 auf 1,4 Millionen Kubikmeter pro Tag verdoppeln. Die Golfstaaten gelten dafür als Schlüsselmarkt.
Beide Meldungen folgen derselben Logik. Veolia trennt sich von margenschwachen Randgeschäften und baut Technologie sowie internationale Wasserprojekte aus. Das Verkaufsprogramm hat bis Mitte 2028 noch gut 1,4 Milliarden Euro vor sich.
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