Verbio Aktie: EBITDA-Ziel auf 160 bis 180 Millionen Euro
Verbio stabilisiert sich nach Verlusten. Der Biokraftstoffhersteller hebt die Jahresprognose an und treibt das US-Geschäft voran.

- Kurs findet nach Talfahrt Halt
- EBITDA-Prognose deutlich angehoben
- US-Bioethanol-Werk läuft hoch
- Neue Chemieanlage in Bitterfeld geplant
Verbio findet am Freitag endlich Halt. Nach einer Phase hoher Volatilität stabilisiert sich der Kurs des Biokraftstoffherstellers. Anleger wägen nun zwischen fallenden Ölpreisen und starken operativen Zielen ab.
Preisdruck durch den Ölmarkt
Hintergrund der jüngsten Verluste war der Rohölmarkt. Berichte über eine diplomatische Annäherung im Iran-Konflikt drückten die Sorte Brent unter 80 US-Dollar. Die Folge: Bio-Sprit verliert an preislicher Attraktivität gegenüber fossilen Kraftstoffen. Das belastet die relativen Margen.
Operativ läuft es bei den Leipzigern jedoch rund. Der Vorstand hob die EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2025/2026 deutlich an. Erwartet wird nun ein Ergebnis zwischen 160 und 180 Millionen Euro. Zuvor lag das Ziel deutlich niedriger.
Wachstum in den USA
Wachstumstreiber ist vor allem das Segment Bioethanol. Hier zahlt sich der Hochlauf der Produktion in Nevada aus. Parallel dazu sinken die Schulden. Das Management peilt eine Nettofinanzverschuldung von unter 140 Millionen Euro an.
An der Börse notiert das Papier aktuell bei 30,56 Euro. Mit einem Relative-Stärke-Index von 35,7 nähert sich die Aktie technisch dem überverkauften Bereich. Seit Jahresbeginn steht trotz der jüngsten Korrektur noch ein Kursplus von rund 37 Prozent.
Ab 2026 könnten regulatorische Änderungen zusätzlichen Rückenwind liefern. Der Wegfall der Doppelanrechnung für fortschrittliche Biokraftstoffe macht Import-Zertifikate weniger attraktiv. Davon profitieren etablierte Inlandsproduzenten. Das stärkt die Nachfrage nach transparent produzierten Kraftstoffen.
Dazu kommt die strategische Diversifizierung. In Bitterfeld baut Verbio derzeit eine Ethenolyse-Anlage für Spezialchemikalien. Diese soll ab Herbst 2026 den Markt für Hochleistungsschmierstoffe bedienen. Damit verringert der Konzern seine Abhängigkeit vom klassischen Kraftstoffmarkt.
Die vollständigen geprüften Geschäftszahlen präsentiert das Unternehmen im September. Bis dahin bleibt der Kurs eng an die Entwicklung der globalen Energiemärkte gekoppelt.
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