Verbio Aktie: Jefferies dreht auf Kaufen

Jefferies erwartet bessere Erträge bei Verbio, während die Deutsche Bank wegen des kommenden Quartals vorsichtiger kalkuliert.

Die Kernpunkte:
  • Jefferies stuft Verbio auf Kaufen hoch
  • Kursziel steigt von 36 auf 42 Euro
  • Aktie legt im Handel über zehn Prozent zu
  • Deutsche Bank reduziert Kursziel auf 40 Euro

Jefferies wechselt bei Verbio die Seite. Die US-Investmentbank stuft den Biokraftstoffhersteller von „Hold“ auf „Buy“ hoch und hebt das Kursziel von 36 auf 42 Euro. Die Aktie springt im Handel um mehr als 10 Prozent nach oben.

Ausbauphase vorbei, Erträge im Blick

Die Analysten sehen die rund eine Milliarde Euro schwere Investitionsphase weitgehend abgeschlossen. Der Schwerpunkt verlagere sich damit vom Bauen zum Verdienen: Verbio soll die bestehenden Anlagen wirtschaftlich ausschöpfen. Jefferies erwartet daraus einen besseren Cashflow und höhere Renditen. Mittelfristig bietet das Chemiegeschäft zusätzliches Potenzial.

Der Auslöser für den Optimismus sind die Biodieselmargen. Sie fallen laut Jefferies höher aus als bislang unterstellt. Eine mögliche Verknappung am Markt könnte die Profitabilität zusätzlich stützen.

Schärfere Quote als Rückenwind

Hinzu kommt die Regulierung. Die vorgeschriebene Minderung der Treibhausgasemissionen bei Kraftstoffen steigt in Deutschland von 12,0 Prozent im Jahr 2026 auf 17,5 Prozent 2027 und 26,5 Prozent bis 2030. Verbio zählt Jefferies zufolge zu den bestplatzierten Profiteuren.

Die Sensitivität ist beachtlich. Nach Unternehmensangaben bringt ein Anstieg der Quotenpreise um 100 Euro je Tonne etwa 40 bis 80 Millionen Euro zusätzliches EBITDA.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Jefferies mit einem besser als erwarteten ersten Halbjahr. Die EBITDA-Prognose des Konzerns von 210 bis 250 Millionen Euro wirke inzwischen konservativ, selbst wenn sich die Spreads im zweiten Halbjahr normalisieren.

Die Umsatzschätzungen für 2027 und 2028 steigen um 11 beziehungsweise 9 Prozent. Beim Gewinn je Aktie liegt die Prognose für 2027 nun bei 1,62 Euro, für 2028 erhöhen die Analysten sie um ein Drittel.

Kurzfristig mehr Vorsicht bei der Deutschen Bank

Das Bild ist nicht einheitlich. Die Deutsche Bank bleibt zwar positiv gestimmt, senkte aber vor den Zahlen zum ersten Geschäftsquartal das Kursziel von 42 auf 40 Euro. Analystin Manuela Stuerzer erwartet ein um etwa ein Viertel niedrigeres EBITDA gegenüber dem Vorquartal. Als Belastung nennt sie niedrigere Bioethanolpreise.

Jefferies blickt also auf die mittlere Frist, die Deutsche Bank auf das anstehende Quartal. Das Szenario von Jefferies ist breit gefächert: Bei Quotenpreisen von 600 Euro je Tonne wären 50 Euro je Aktie möglich. Fallen die Preise wegen schleppender Umsetzung der Politik in Europa unter 400 Euro und sinken die Spreads, liegt das Ziel bei 18 Euro. Vor der Studie notierte die Aktie bei 26,82 Euro.

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