Verbio Aktie: Prognose auf 180 Millionen Euro angehoben

Nach einem Wochenverlust von 17,6 Prozent zeigt die Verbio-Aktie erste Stabilisierungstendenzen, während regulatorische Änderungen und eine Prognoseerhöhung für mittelfristige Impulse sorgen.

Die Kernpunkte:
  • Kurs erholt sich leicht auf 31,43 Euro
  • Ölpreisverfall belastet Biokraftstoff-Margen
  • Doppelanrechnung fällt 2026 weg
  • EBITDA-Prognose auf 180 Mio. Euro angehoben

Nach einem Wochenverlust von rund 17,6 Prozent zeigt die Verbio-Aktie erste Anzeichen einer Stabilisierung. Der Kurs notiert am Montag bei 31,43 Euro — ein kleines Plus, aber immerhin eine Abkehr vom jüngsten Tief bei 31,32 Euro.

Ölpreis zieht Biokraftstoff-Aktie mit nach unten

Der Auslöser des Einbruchs liegt am Rohölmarkt. Die Entspannung geopolitischer Spannungen im Nahen Osten ließ Brent und WTI spürbar fallen. Das Problem für Verbio: Biokraftstoffe wie Bioethanol und Biodiesel konkurrieren direkt mit fossilen Kraftstoffen. Sinkt der Ölpreis, schrumpfen die Margen — und damit die Fantasie der Anleger. Kein Wunder, dass der Kurs unter Druck geriet.

Regulatorik dreht sich zugunsten von Verbio

Mittelfristig könnte sich das Bild wandeln. Ab 2026 fällt die sogenannte Doppelanrechnung für fortschrittliche Biokraftstoffe auf die Treibhausgasminderungs-Quote weg. Bisher konnten Mineralölkonzerne bestimmte Biokraftstoffe doppelt auf ihre Verpflichtungen anrechnen — das dämpfte den realen Absatz. Mit dem Ende dieser Regelung rechnen Experten mit einer höheren Nachfrage nach physischen Biokraftstoffen. Obendrein greifen verschärfte Importkontrollen, die undurchsichtige Lieferketten aus dem Markt drängen sollen. Transparente Produzenten mit eigener Rohstoffbasis — wie Verbio — könnten davon profitieren.

Prognoseerhöhung und Analystenstimmen

Operativ läuft es gut. Ende Mai hob der Vorstand die EBITDA-Prognose für das Geschäftsjahr 2025/2026 auf 160 bis 180 Millionen Euro an. Zuvor hatte er lediglich 100 bis 140 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Als Grund nannte er ein attraktives Marktumfeld für Ethanol und eine hohe Anlagenauslastung.

Die Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch. Die Deutsche Bank bestätigte ihr Kursziel bei 42 Euro. mwb research sieht das Potenzial sogar bei 55 Euro.

Technisch gilt jetzt die 100-Tage-Linie als entscheidende Unterstützungszone. Am 21. August beginnt die Quiet Period, am 24. September legt Verbio den vollständigen Jahresbericht vor. Bis dahin dürfte der Kurs stark von Energiepreisen und Signalen aus dem THG-Quotenmarkt abhängen.

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