Verkauft Toshiba Teile seines Chip-Geschäftes für eine dringende Geldspritze?

Laut eines Berichts der Wirtschaftszeitung "Nikkei" erwägt der Toshiba-Konzern einen Teilverkauf seines Unternehmens. Der mit Finanzproblemen belastete Japaner will etwa 20 % bis 30 % seines Halbleitergeschäfts veräußern. Die profitable Chip-Sparte soll Spekulationen zufolge an den US-Speicherhersteller Western Digital gehen. Das würde Sinn machen, denn schließlich betreiben die Amerikaner schon zusammen mit Toshiba eine Fabrik für Speicherchips in Japan.

Als Interessenten gelten außerdem noch Investmentfonds und auch ein späterer Börsengang wird nicht ausgeschlossen. Toshiba erklärte, das Unternehmen erwäge unterschiedliche Optionen für seine Speicherchip-Sparte. Dazu gehöre auch eine Abspaltung, allerdings sei eine konkrete Entscheidung noch nicht gefallen.

200 bis 300 Mrd. Yen frisches Geld

Durch den Verkauf sollen dann 200 bis 300 Mrd. Yen (umgerechnet rund 1,7 - 2,8 Mrd. Euro) für Toshiba in die Kasse gespült werden, und dieses frische Geld kann der Konzern gut gebrauchen. Denn die Verluste in der Atomkraftwerk-Sparte könnten das Unternehmen nun zwingen, ans Eingemachte zu gehen. Toshiba kämpft gerade mit Milliardenlasten im Zusammenhang mit der Übernahme der Atomsparte des US-Anlagenbauers Chicago Bridge & Iron.

Das Geld würde dem Konzern nicht nur helfen, weitere Unterstützung seiner Hausbanken für die Sanierung zu bekommen, sondern auch die wichtige Chip-Sparte könnte profitieren. Sie gehört mit einem Umsatz von mehr als 10 Mrd. Euro zu den Weltmarktführern bei Nand-Speicherchips für Smartphones und andere mobile Geräte.

Chip-Sparte von Toshiba läuft gut

Denn eigentlich läuft dieser Geschäftszweig derzeit sehr gut, da ein starker Preisanstieg die Gewinne der Halbleiterhersteller explodieren lässt. Allerdings schüren bisher die finanziellen Probleme des Unternehmens die Sorge, ob der Konzern dauerhaft die hohen Investitionen aufbringen kann, um seine Chip-Sparte an der Weltspitze halten zu können. Daher gilt die Abspaltung als eine Rettungsmaßnahme für den Konzern.

Allerdings drängt die Zeit, denn Ende März endet Toshibas Bilanzjahr und bis dahin muss ein Deal festgezurrt sein.

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