Versorger E.ON mit historischem Verlust

Der Energie-Erzeuger E.ON wurde durch die Energiewende arg ins Wanken gebracht, der Konzern meldet am Mittwoch einen historischen Verlust.

Allerdings ist die strategische Neuausrichtung nun bilanziell abgeschlossen und die Bilanz des Jahres 2016 ist die letzte, die von den Belastungen der Vergangenheit geprägt ist. Nun ist man laut Unternehmensangaben frei, in den gesunden operativen Kerngeschäften Energienetze, Kundenlösungen und Erneuerbare Energien künftig zu wachsen.

Prägend bei der Bilanz waren vor allem die Abspaltung von Uniper und die Verständigung mit dem Bund über die Finanzierung des Energieausstiegs. CEO Johannes Teyssen fasst die Bedeutung des Übergangsjahres 2016 so zusammen: "Die Bilanz des Übergangsjahres 2016 ist eine Zäsur, die den Weg von E.ON in die neue Energiewelt frei macht. Damit können wir uns nun voll und ganz auf unsere Kunden in den drei Kerngeschäften konzentrieren."

Minusrekord bei E.ON

Unterm Strich summierte sich das Minus bei E.ON im letzten Jahr auf 16 Mrd. Euro. Bereits in 2015 hatte das Unternehmen einen Fehlbetrag von annähernd 7 Mrd. Euro verbucht.

Das operative Kerngeschäft zeigte sich im Geschäftsjahr 2016 allerdings robust. Das bereinigte Ebit lag mit 3,1 Mrd. Euro am oberen Ende der Prognose und der bereinigte Konzernüberschuss von 904 Mio. Euro ebenfalls. Ohne die Ergebnisbeiträge von veräußerten Geschäften im Vorjahr stieg der bereinigte Konzernüberschuss um rund 10 % an.

Aktionäre müssen zurückstecken

Das dicke Minus in der Bilanz bekommen die Aktionäre direkt zu spüren. Denn die Dividende soll von zuletzt 0,50 Euro je Anteilsschein auf nun 0,21 Euro für 2016 schrumpfen. Für 2017 will E.ON dann wieder 0,30 Euro zahlen.

Weitere Kostensenkung durch Entlassungen

Bei der Umstrukturierung des Konzerns sollen eine Reihe von Aufgaben wegfallen und damit verbunden konzernweit voraussichtlich bis zu 1.300 Arbeitsplätze, davon circa 1.000 in Deutschland, erklärte der Konzern am Mittwoch. Das entspricht rund 3 % der derzeit 43.000 Mitarbeiter. Dadurch sollen ab 2018 dauerhaft 400 Mio. Euro eingespart werden.

"Wir müssen E.ON maßgeblich verändern, aber wir werden die mit einem Höchstmaß an Respekt gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machen", versprach Konzernchef Johannes Teyssen.

Ausblick 2017

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Konzern ein bereinigtes Ebit von 2,8 bis 3,1 Mrd. Euro und beim bereinigten Konzernüberschuss rechnet man mit einer Steigerung auf 1,20 bis 1,45 Mrd. Euro.

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